Der Zoo in Bratislava bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Grund dafür sind landesweite Präventivmaßnahmen, die von der slowakischen staatlichen Veterinär- und Lebensmittelbehörde im Zuge der Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche angeordnet wurden. Die für dieses Jahr geplante Eröffnung der 65. Saison muss daher verschoben werden. Die im Zoo lebenden Tiere sind gesund und stehen unter verstärkter Aufsicht von Züchter*innen, Zoolog*innen und Tierärzt*innen. Zusätzlich hat der Zoo umfassende Hygienemaßnahmen für die tägliche Tierpflege eingeführt, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Die Maul- und Klauenseuche wurde in Rinderfarmen in vier Gemeinden im Süden der Slowakei bestätigt. Expert*innen gehen davon aus, dass die Krankheit über die Luft aus Ungarn eingeschleppt wurde. Die slowakische Regierung hat am 25. März 2025 wegen der Maul- und Klauenseuche den Ausnahmezustand für das gesamte Staatsgebiet ausgerufen. Dies ermöglicht dem Staat, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um wirksamer auf die von dem Virus ausgehende Bedrohung für Gesundheit und Sicherheit zu reagieren.
Die slowakische Regierung plant, gemeinnützige Organisationen (NGOs) strenger zu regulieren. Ein entsprechender Gesetzentwurf, den die Slowakische Nationalpartei (SNS) als "Hebel für den zivilen Sektor" bezeichnet, liegt aufgrund von Unstimmigkeien innerhalb der Koalition bereits seit einem Jahr im Parlament. Kürzlich wurde der Entwurf geändert, wobei die jüngste Anpassung vom Parlamentsabgeordneten Adam Lučanský (SNS) eingebracht wurde. Der Gesetzentwurf befasst sich mit der Lobbyarbeit von NGOs und sieht neue administrative Pflichten vor, die bislang nicht erforderlich waren. Künftig müssen sich NGOs, die mindestens einmal pro Quartal direkt oder indirekt Einfluss auf die Entscheidungsfindung von Beamt*innen oder hohen Staatsbediensteten nehmen oder diese beraten, als Lobbyisten registrieren. Zudem sind sie verpflichtet, alle relevanten Informationen zu ihrer Lobbyarbeit auf ihrer Website zu veröffentlichen. Bei Verstößen gegen diese Vorschriften drohen Geldstrafen von bis zu 1.000 Euro oder sogar die Schließung der Organisation. Laut Adam Lučanský wurde das Gesetz maßgeblich vom Regierungsamt ausgearbeitet und entspreche auch den Forderungen internationaler Organisationen wie der OECD und der Gruppe der Staaten gegen Korruption (GRECO). Allerdings war die Slowakei ursprünglich dazu aufgefordert worden, ein Gesetz zu verabschieden, das sich auf den Lobbyismus von Politiker*innen konzentriert. Ein solches Gesetz würde öffentliche Amtsträger*innen verpflichten, offenzulegen, mit wem sie sich getroffen haben und wer auf sie Einfluss genommen hat. Der Schwerpunkt läge dabei eher auf Unternehmen als auf NGOs. Die Bürger*innenvereinigung "Plattform für Demokratie" kritisierte den Gesetzentwurf scharf und bezeichnete ihn als "russisches Gesetz" gegen aktive Bürger*innen. Besonders die Regelungen zur Lobbyarbeit stießen auf Kritik, da sie ausschließlich NGOs betreffen würden.
Die Stadt Bratislava plant in Kooperation mit der städtischen Entsorgungsgesellschaft OLO den Bau eines Technologieparks zur Abfallverwertung. Geplant sind ein Zentrum für die Verarbeitung von Bioabfällen und erneuerbare Energie sowie eine Anlage zur Verbesserung der Abfalltrennung. Die Bioabfallverwertungsanlage soll jährlich 50.000 Tonnen organischen Abfall verarbeiten und 2,6 Millionen Kubikmeter Biogas sowie 1,5 Millionen Kubikmeter Biomethan erzeugen, das zur Heizungsversorgung genutzt wird und den jährlichen Energiebedarf von rund 1.500 Haushalten deckt. Zudem wird die Produktion von 14.000 Tonnen zertifiziertem Kompost erwartet. Auch eine modernisierte Sortieranlage soll gebaut werden, um die Effizienz der Abfalltrennung zu steigern. Das Projekt knüpft an frühere OLO-Initiativen an, wie die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung für Haushalte in Bratislava, die Digitalisierung und Optimierung der Sammelprozesse sowie das Re-Use-Zentrum KOLO. Realisiert werden wird das Projekt auf einem Grundstück im Besitz der OLO in einem Industriegebiet in der Nähe der bestehenden Abfallverbrennungsanlage. Eine Studie bestätigte minimale Umweltauswirkungen. Die geplante Technologie zur Bioabfallverwertung kombiniert Trockenfermentation und Kompostierung und soll sowohl Biogas als auch zertifizierten Kompost erzeugen.
Am Abend des 16. März 2025 fand auf dem Hauptplatz in Bratislava das "Konzert für die Ukraine" statt, bei dem sowohl slowakische als auch ukrainische Musiker*innen auftraten. Seit 2022 wird die Veranstaltung jährlich vom Pohoda Festival – eines der größten Musikfestivals in der Slowakei – und dem Bratislava Kultur- und Informationszentrum organisiert. Ziel ist es, Solidarität mit der Ukraine zu zeigen. Die Schirmherrschaft übernahm der Bürgermeister von Bratislava, Matúš Vallo (Team Bratislava). Neben den Konzerten hielten auch der Gründer der Initiative "Für die Kinder der Ukraine" und Vertreter*innen der Europäischen Kommission in der Slowakei sowie der Stiftung "Open Society" Ansprachen.
Am 14. März 2025 wurde im Stadtteil Devínska Nová Ves ein neuer Jugendklub eröffnet. Die Einrichtung, die in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Restaurants entstanden ist, bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich zu treffen, Freizeitaktivitäten zu genießen und kommunale Projekte umzusetzen. Zunächst ist der Jugendklub freitags geöffnet, aber es wird erwartet, dass sich die Öffnungstage in Zukunft ausweiten. Die Stadtteilverwaltung betonte, dass die Räumlichkeiten auch Schulen und gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung stehen. Der Jugendklub wurde in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament von Devínska Nová Ves eingerichtet, das seit 2023 aktiv ist. Zu den Einrichtungen gehören ein Fitnessraum, ein Besprechungsraum und ein großer Gemeinschaftsbereich mit Küche, die für Treffen des Jugendparlaments sowie für Seminare, Vorträge und Brettspiel-Wettbewerbe genutzt werden können.
Am 11. März 2025 begann vor der Slowakischen Nationalgalerie (SNG) in Bratislava ein Protest, bei dem führende slowakische Künstler*innen wie Grafikerin Ivana Šáteková, Maler Erik Šille und Medienkünstler András Cséfalvay teilnahmen. Sie kritisieren die aktuelle Führung der Galerie, die sie als schädlich für die Institution ansehen. An diesem Tag wurde die Galerie um 16 Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen, da der vorübergehend beauftragte Direktor Jaroslav Niňaj sie aus Sicherheitsgründen vor der geplanten Pressekonferenz der Künstler*innen schließen ließ. Der Protest wird bis zum 8. April als Staffelprotest fortgesetzt, bei dem sich die Künstler*innen abwechseln, um mit einem Transparent mit der Aufschrift "Kunst wird nicht schweigen" vor der SNG zu stehen. Sie fordern ein transparentes Auswahlverfahren für die neue Leitung der SNG sowie Änderungen in der aktuellen Führung der Galerie. Der Protest ist eine Reaktion auf die Absetzung der bisherigen Direktorin Alexandra Kusej und die Unklarheit über die künftige Leitung der Galerie. Die Künstler*innen betonen, dass die SNG als Raum für Kunst und kritisches Denken erhalten bleiben muss.
Im Rahmen eines staatlich geförderten Wohnungsbauprojekts wird die slowakische Regierung im April 2025 die ersten Mietwohnungen übergeben. Es handelt sich um fast 70 Wohnungen im "Ovocné sady"-Projekt in Bratislava, die von der Versicherungsgesellschaft Kooperativa gekauft wurden und nun an den Staat vermietet werden. Das Programm richtet sich vor allem an Mitarbeiter*innen des öffentlichen Sektors wie beispielsweise medizinisches Personal. Die Mieten werden durch Zuschüsse des Arbeitgebers gesenkt, sodass die Miete für eine Einzimmerwohnung mit etwa 30 Quadratmetern zuzüglich Nebenkosten und Reparaturen bei rund 326 Euro liegt – im Vergleich zu 516 Euro auf dem freien Markt im Jahr 2024. Interessent*innen können sich für die Wohnungen im staatlichen Register anmelden, müssen jedoch Einkommensvoraussetzungen erfüllen. 35 Prozent der Wohnungen sind für öffentliche Bedienstete reserviert, der Rest für andere Gruppen wie Arbeitnehmer*innen in der Privatwirtschaft und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Das Ziel des Programms ist es, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen und den Zugang zu Wohnraum für benachteiligte Gruppen zu erleichtern.
Die städtische Mietagentur in Bratislava, die seit zwei Jahren die Verfügbarkeit von Mietwohnungen für Familien und Menschen in Wohnungsnot verbessert, erweitert ihr Angebot. In Zusammenarbeit mit dem Bratislava Volunteer Centre (BDC) bietet sie nun Nachhilfe für Kinder von Alleinerziehenden an. Neben stabilem Wohnraum leistet die Mietagentur auch soziale Unterstützung für einkommensschwache Familien und Alleinerziehende. Das neue Programm ergänzt ein seit neun Jahren bestehendes BDC-Projekt, bei dem Freiwillige Kinder in Krisen- und Niedrigeinkommenszentren betreuen. Sie helfen bei Hausaufgaben, erklären den Schulstoff oder hören einfach zu. Die Initiative richtet sich an sozial benachteiligte oder alleinerziehende Eltern und soll langfristig eine respektvolle, freundschaftliche Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern fördern. Neben der Nachhilfe stärkt das Programm das Vertrauen der Kinder in Erwachsene und ihr Zugehörigkeitsgefühl. Auch ihre schulischen Leistungen sollen durch die kontinuierliche Unterstützung verbessert werden.
Der Stadtteil Neustadt in Bratislava bietet seinen Bewohner*innen ab dem 14. März 2025 einen kostenlosen Mediationsberatungsdienst an. Die Beratung findet jeden Freitagnachmittag in der Stadtteilverwaltung statt und wird von erfahrenen Mediator*innen mit juristischem Hintergrund durchgeführt. Das Angebot richtet sich an alle, die Unterstützung bei der Lösung von Streitigkeiten suchen – sei es bei Nachbarschafts- und Gemeindekonflikten, Familien- und Eigentumsangelegenheiten, Handels- und Arbeitsstreitigkeiten oder schulischen Problemen. Laut Stadtteilverwaltung stellt Mediation eine effiziente Alternative zu Gerichtsverfahren dar. Im Gegensatz zu langwierigen und kostspieligen Prozessen ermöglicht sie eine schnelle, kontrollierte und lösungsorientierte Streitbeilegung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die individuelle Beratungszeit beträgt etwa 30 Minuten.
Am Freitag, den 7. März 2025, fanden in mehr als 30 slowakischen Städten sowie im Ausland erneut Proteste gegen die Regierung von Robert Fico (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) statt. In Bratislava versammelten sich Tausende auf dem Freiheitsplatz, um gegen die prorussische Politik der Regierung zu demonstrieren. Die Kundgebungen unter dem Motto "Slowakei ist Europa" wurden vor allem von der Initiative "Frieden für die Ukraine" organisiert. Die Demonstrierenden warnten, dass sich die Slowakei durch ihre Annäherung an Russland von europäischen Verteidigungsbündnissen isolieren könnte. Kritik galt auch den Regierungsbesuchen in Russland und der Übernahme russischer Propaganda. Auslöser der Proteste waren umstrittene Äußerungen von Premierminister Robert Fico (SMER-SD), der diese Woche behauptete, die NATO stehe vor dem Ende, Russland sei durch den Krieg gestärkt, und die Ukraine habe bereits verloren. Diese Aussagen folgten kurz auf ein Treffen des SMER-SD-Vizevorsitzenden Ľuboš Blaha mit dem russischen Geheimdienstchef Sergej Naryschkin. Zudem gab es Äußerungen aus Ficos Beraterstab, wonach Russland ein verlässlicherer Nachbar als die Ukraine wäre, falls es den Krieg gewinne.
Nach dem Abriss des ehemaligen Gewerkschaftshauses Istropolis im Bratislavaer Stadtteil Trnavské mýto richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf das neue Kulturprojekt des Bauträgers Immocap. Das Herzstück des entstehenden Kulturviertels New Istropolis wird eine moderne Veranstaltungshalle mit 3.000 Steh- und 1.800 Sitzplätzen sein – vergleichbar mit dem früheren Großen Saal von Istropolis. Ende Februar präsentierte Immocap das finale Konzept. Die Halle wird als "Whitebox" gestaltet, sodass sich die Bühne flexibel für verschiedene Veranstaltungsformate anpassen oder komplett entfernen lässt. Die Stadt Bratislava unterstützt das Projekt, da eine solche Kultureinrichtung fehlt. Sie hebt die Kapazität und die verkehrsgünstige Lage hervor. Ein mit dem Entwickler unterzeichnetes Memorandum ist jedoch nicht rechtsverbindlich. Die endgültige Genehmigung liegt beim Bauamt des Stadtteils Neustadt in Bratislava. Derzeit finden große Kulturveranstaltungen meist in Sportstadien oder multifunktionalen Hallen wie Incheba statt, die für diesen Zweck ungeeignet sind und hohe Kosten verursachen. Die Stadt erkennt dieses Defizit an und hat in ihrer Kulturstrategie das Ziel formuliert, kulturelle Infrastruktur, insbesondere durch öffentlich-private Partnerschaften, aktiv zu fördern.
Seit Juni 2024 laufen die Restaurierungsarbeiten am Herrenhaus im Bratislavaer Stadtteil Rusovce planmäßig. Ein bedeutender archäologischer Fund führte jedoch zu Änderungen im Projekt. Bei Untersuchungen im Ost- und Westhof entdeckten Archäolog*innen eine römische Wasserleitung, nur 80 Zentimeter unter der Oberfläche. Das aus Stein und römischen Ziegeln Tegula bestehende Aquädukt ist 91 Zentimeter hoch und hat einen 32 Zentimeter breiten Kanal. Berechnungen zufolge wurden für den Bau etwa 51 Tonnen Stein und über 80 Ziegel verwendet. Unklar bleibt, welchem Bauwerk es einst diente – möglicherweise einem Badehaus für römische Soldaten. Aufgrund der Bedeutung des Fundes beantragte das Regionaldenkmalamt in Bratislava eine Verlegung des geplanten unterirdischen Technikgebäudes des Herrenhauses. Die slowakische Regierung stimmte dem Antrag zu, was Änderungen im Bauprojekt erforderlich macht und den Restaurierungsverlauf beeinflusst. Die Fertigstellung ist derzeit für 2029 geplant, mit geschätzten Kosten von fast 110 Millionen Euro.
Die Slowakei hat am 3. März 2025 mit dem Verkauf von Staatsanleihen an die Bevölkerung begonnen. Bereits am ersten Verkaufstag wurden Anleihen im Wert von 263 Millionen Euro veräußert, teilte die Agentur für Schulden- und Liquiditätsmanagement (ARDAL) mit. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Gesamtvolumen der Emission von 400 auf 500 Millionen Euro erhöht. Fünf Banken – Československá obchodná banka, Slovenská sporiteľňa, Tatra banka, UniCredit Bank und Všeobecná úverová banka – bieten die Anleihen für Privatkund*innen an. Die Zinssätze betragen drei Prozent für die zweijährige und 3,3 Prozent für die vierjährige Anleihe. Diese Renditen sind netto ohne Abzüge für Steuern, Abgaben oder Gebühren. Der Mindestbetrag pro Anleihe beträgt 1.000 Euro. Der Erstverkauf läuft bis März oder bis zur vollständigen Platzierung der Emission. Anschließend können die Anleihen an der Börse gehandelt werden.
An der Ecke Landererova- und Čulenova-Straße in Bratislava-Altstadt wird der Bau des Sky Park Tower, dem neuesten Projekt von Zaha Hadid Architects in der Slowakei, fortgesetzt. Mit 125 Metern wird er der höchste Turm des Sky Park Residence-Projekts und soll im dritten Quartal 2027 fertiggestellt werden. Der Verkauf der Wohnungen hat bereits begonnen. Laut dem Bauunternehmen wird die Baugrube mit einer Tiefe von etwa 15,5 Metern ab dem aktuellen Bodenniveau die größte des Landes sein – vergleichbar mit der Höhe eines fünfstöckigen Wohnhauses. Im Zuge der Aushubarbeiten wurden 177.000 Tonnen Erde bewegt, was rund 7.080 Lkw-Ladungen entspricht. Die Tiefgarage wird mehr als 400 extrabreite Stellplätze bieten, mit fast einem halben Meter zusätzlichem Abstand zwischen den Autos. Der 33-stöckige Turm hebt sich durch seine doppelte Krümmung von den umliegenden Gebäuden ab. Er wird eine Sky Lounge, ein Fitnesscenter, einen Yogaraum, einen Kinderspielbereich sowie eine Haustier-Waschanlage umfassen. Der Sky Park Tower integriert sich in das erweiterte grüne Stadtviertel und wird mit dem 6,4 Hektar großen Park der Sky Park Residence verbunden. Die Energieeffizienz steht im Mittelpunkt: 13 Kilometer Trockenbohrungen für die Gewinnung von Wärme und Kälte sollen die Energiekosten senken.
Die Initiative Inakosť (Anderssein) hat das Gemeinschafts- und Integrationszentrum "In" in Bratislava eröffnet. Es bietet LGBTI+-Menschen sowie ihren Angehörigen psychologische, soziale und rechtliche Unterstützung und soll ein sicherer Ort für sie sein. Zur Eröffnung wurde in der Zámocká-Straße eine Gedenktafel für Juraj Vankulič und Matúš Horváth enthüllt, die 2022 vor der Bar Tepláreň ermordet wurden. Martin Macko, Direktor von Inakosť, kritisierte die systematische Ausgrenzung von LGBTI+-Menschen durch die slowakische Regierung und betonte die Notwendigkeit eines geschützten Raums. Die Nachfrage nach psychologischer, sozialer und rechtlicher Hilfe sei zuletzt stark gestiegen. Finanzielle Unterstützung kam aus dem Stadtteil Altstadt: Matej Vagač (Team Bratislava), Bürgermeister der Altstadt, versprach Offenheit und Respekt für Vielfalt. Da die Finanzierung nur bis Juli 2025 gesichert ist, startet die Initiative eine Spendenkampagne. Ohne weitere Mittel drohen Einschnitte bei den Hilfsangeboten und Entlassungen von Mitarbeitenden. Mit dem Zentrum will Inakosť nicht nur direkte Hilfe leisten, sondern auch eine breitere Debatte über eine inklusive Gesellschaft anstoßen.
Die Bratislava Regional Naturschutz Vereinigung (BROZ) startet ein neues bilaterales Projekt zur Wiederherstellung von Lebensräumen und zum Schutz der Sumpfschildkröte. Ziel ist es, den Zustand ihres Lebensraums durch gezielte Maßnahmen vor Ort, Aufklärungsarbeit und gemeinsame Überwachung dieser bedrohten Art zu verbessern. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Renaturierung zweier toter Flussarme sowie die Anlage von drei neuen Teichen. Diese Wasserflächen schaffen nicht nur neue Lebensräume für die Sumpfschildkröte, sondern helfen auch, das Wasser während der Trockenperioden besser in der Landschaft zu halten. Das Projekt wird mit 546.344 Euro aus dem Interreg VI-A-Programm Ungarn/Slowakei finanziert und gemeinsam mit dem ungarischen Nationalpark Fertő-Hanság umgesetzt.
Die Medizinische Fakultät der Comenius Universität in Bratislava erhält einen Zuschuss von 186.000 Euro aus dem Bilateralen Zuschussfonds des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und Norwegens. Damit sollen innovative Methoden zur Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs entwickelt werden. Das Projekt verfolgt mehrere Ziele: Es sollen neue Therapiemöglichkeiten eingeführt, der Wissensaustausch zwischen Fachleuten gestärkt und die Ausbildung slowakischer Urologi*innen unterstützt werden. Zudem sollen die Rahmenbedingungen für klinische Studien geschaffen werden. In den kommenden Monaten erhalten slowakische Urolog*innen gezielte Weiterbildungen, während parallel die Einrichtung eines Zentrums für innovative Prostatakrebs-Diagnostik und -Behandlung vorangetrieben wird. Das neue Zentrum wird sich auf minimal-invasive Techniken, moderne Bildgebungsverfahren und weitere innovative Ansätze konzentrieren, um Patient*innen den Zugang zu den neuesten Behandlungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und wird in der Slowakei jährlich bei mehr als 2.000 Patienten diagnostiziert.
Der slowakische Premierminister Robert Fico (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) nahm am 21. Februar 2025 an der Conservative Political Action Conference (CPAC) in Washington teil. In seiner Rede forderte Fico mehr Meinungsvielfalt in Europa und kritisierte die Ausgrenzung Andersdenkender. Er betonte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit US-Präsident Donald Trump und äußerte Überraschung über das Verhalten der EU und des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Seiner Ansicht nach hätten beide "seit drei Jahren auf einen Krieg in der Ukraine gedrängt" und versuchten nun, Friedensgespräche zwischen den USA und Russland zu "erzwingen". Fico warnte zudem vor einer "gefährlichen Radikalisierung" liberaler und progressiver Ideologien. Er verwies auf geplante Verfassungsänderungen in der Slowakei, die nur zwei Geschlechter anerkennen und Adoptionen ausschließlich für verheiratete Paare erlauben sollen. Zudem kritisierte er die EU-Quoten zur Umverteilung von Migrant*innen. Die oppositionelle Partei Fortschrittliche Slowakei (PS) kritisierte Ficos Reise scharf. Sie bemängelte, dass er sich nicht mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte traf, der zu dem Zeitpunkt in der Slowakei war. Ivan Korčok, Vorstandsmitglied der PS, bezeichnete Ficos Teilnahme an der CPAC als "peinliche Ausrede", um einem Gespräch mit Rutte aus dem Weg zu gehen, und warf der Regierung vor, die Slowakei außenpolitisch in eine Katastrophe zu führen.
Am 21. Februar 2025 versammelten sich erneut Tausende Menschen in der Slowakei, um gegen die Politik der Regierung zu protestieren. Die Organisator*innen des Protests der Bürger*innenorganisation "Frieden für die Ukraine" betonten die Notwendigkeit, ein Zeichen gegen die aktuelle Regierungspolitik zu setzen. Gleichzeitig wurde an die Ermordung des Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten Martina Kušnírová erinnert, die sich in diesem Monat zum siebten Mal jährt. Auf dem Freiheitsplatz in Bratislava, wo rund 10.000 Menschen zusammenkamen, sprachen unter anderem die Eltern der Opfer, Zlatica Kušnírová und Jozef Kuciak. Jozef Kuciak appellierte an die Anwesenden, nicht aufzugeben. Neben der Kundgebung in Bratislava fanden in mehr als vierzig slowakischen Städten sowie in achtzehn Städten im Ausland, darunter Paris, Oslo und Amsterdam, weitere Proteste statt, die von Bürger*inneninitiativen organisiert wurden.
Am 20. Februar 2025 stimmte der Gemeinderat von Bratislava den geplanten Megaprojekten im Stadtviertel Nové Lido im Stadtteil Petržalka zu. Nach stundenlanger Diskussion wurden sowohl der Landtausch als auch Änderungen am Flächennutzungsplan genehmigt. Das Gebiet ist seit fast 20 Jahren für eine Bebauung vorgesehen und soll das Stadtzentrum auf das rechte Donauufer erweitern. Auch ohne die Änderungen des Flächennutzungsplans hätten Bauträger auf Grundlage des bestehenden Plans in diesem Bereich bauen können. Die Stadtverwaltung betonte jedoch, dass die Genehmigung der Änderungen vor allem die städtebauliche Planung verbessert und die bebaubare Fläche vergrößert. Im Gegenzug verpflichten sich die Investor*innen zu über 70 Millionen Euro an Infrastrukturmaßnahmen, darunter ein Stadtpark, eine Promenade, eine Fußgänger*innenbrücke über die Donau sowie 97 Mietwohnungen. Trotz der Vorteile für die Stadt wurde der Prozess kritisch diskutiert. Einige kritisierten, dass keine öffentlichen Anhörungen stattgefunden hätten und bestimmte Stellungnahmen nicht berücksichtigt wurden. Auch die Auswirkungen auf Verkehr, Klima und Umwelt wurden als unklar bezeichnet. Einige Gemeinderät*innen und Aktivist*innen bezweifeln, dass der erhaltene Gegenwert für die Stadt ausreichend sei. Der Bürgermeister von Bratislava, Matúš Vallo (Team Bratislava) erinnerte jedoch daran, dass bei früheren Änderungen des Flächennutzungsplans keine vergleichbaren Vorteile erzielt wurden.
Die slowakische Kulturministerin Martina Šimkovičová (parteilos, nominiert von der Slowakischen Nationalpartei) äußerte sich bei einer Pressekonferenz am 18. Februar 2025 kritisch zur ehemaligen Direktorin des Kinderzentrums Bibiana, Zuzana Liptáková. Sie warf ihr vor, zwei Personen eingestellt zu haben, die zum Zeitpunkt ihres Eintritts in die Organisation psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen hatten. Laut Šimkovičová habe es unter Liptákovás Leitung einen massiven Exodus langjähriger Mitarbeiter*innen gegeben, weshalb neue Angestellte eingestellt werden mussten – darunter auch die beiden betroffenen Personen, die in ambulanter psychiatrischer Behandlung waren. Journalist*innen der Tageszeitung N fragten daraufhin, woher Šimkovičová Informationen über den Gesundheitszustand der Beschäftigten habe. Die Sprecherin des Kulturministeriums betonte, dass die Ministerin keine Einsicht in die Gesundheitsakten der Mitarbeiter*innen gehabt habe. Die Slowakische Psychiatrische Gesellschaft kritisierte die Äußerungen von Šimkovičová. Fachleute bezeichneten ihre Kommentare als stigmatisierend und diskriminierend gegenüber Menschen, die psychische Unterstützung in Anspruch nehmen.
Laut der neuesten Eurobarometer-Umfrage sind steigende Preise und Lebenshaltungskosten die größte Sorge junger Menschen in der EU. 40 Prozent der Befragten sehen darin die wichtigste Herausforderung für die nächsten fünf Jahre. In der Slowakei sind es sogar 47 Prozent der 16- bis 30-Jährigen. Ein Drittel der Befragten gab ferner an, dass die EU ein größeres Augenmerk auf Umwelt- und Klimafragen richten sollte. 32 Prozent der jungen Slowak*innen teilen diese Sorge. Zudem halten 31 Prozent der jungen EU-Bürger*innen die wirtschaftliche Lage und die Schaffung von Arbeitsplätzen für besonders wichtig. In der Slowakei liegt dieser Anteil mit 36 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Die Umfrage erfasste auch die Unterstützung der jungen Generation für die Europäische Union. Etwa ein Drittel der Slowak*innen steht hinter der aktuellen Funktionsweise der EU, während nur vier Prozent der jungen Befragten die europäische Idee ablehnen. Diese Werte entsprechen weitgehend dem EU-Durchschnitt. Die Umfrage wurde zwischen dem 25. September und dem 3. Oktober 2024 mit 1.046 Befragten in der Slowakei und 25 863 in der gesamten Europäischen Union durchgeführt.
Die Bratislavaer Wassergesellschaft (BVS) setzt ihre Förderung nachhaltiger Wasserprojekte fort. Über die BVS-Stiftung fördert sie das zweite Jahr in Folge das Programm zur Unterstützung von Wasserschutzmaßnahmen. Antragsteller*innen können sich um Mittel in Höhe von mehr als 320.000 Euro bewerben. Im vergangenen Jahr hat die BVS bereits fast 78.000 Euro an 22 erfolgreiche Bewerber*innen vergeben. Ziel der Initiative ist es, die negativen Folgen des Klimawandels abzumildern und das Abwassersystem zu entlasten. Wasserrückhaltemaßnahmen, wie Sickerschächte oder Rückhaltebecken, tragen dazu bei, Regenwasser in der Landschaft zu speichern und Überschwemmungen zu reduzieren.
In seiner aktuellen Saison engagiert sich das Theater Nová scéna für das Kinderherzzentrum des Nationalen Instituts für Herz- und Gefäßkrankheiten (NÚSCH) in Bratislava. Im Rahmen einer Sammelaktion können Besucher*innen Plastikflaschen mitbringen und an einer gekennzeichneten Stelle im Foyer des Theaters abgeben. Die gesammelten Flaschen werden anschließend an die Mitarbeiter*innen des Kinderherzzentrums übergeben. Diese tauschen sie gegen kleine Geschenke und Süßigkeiten für die jungen Patient*innen ein und sorgen so für eine kleine Freude während ihres Krankenhausaufenthalts.
Ein Bericht von Expert*innen der Value for Money-Abteilung und des Instituts für Bildungspolitik zeigt Mängel bei der Effizienz der slowakischen Bildungsausgaben auf. Die erste umfassende Analyse seit sieben Jahren vergleicht die slowakischen Bildungsausgaben mit anderen Ländern, untersucht die Mittelverteilung und den Anteil, der direkt an Lehrer*innen fließt. Auch Schulgrößen, Privatschulfinanzierungen, berufliche Ausbildungen und der bauliche Zustand von Schulgebäuden wurden bewertet. Eine alarmierende Erkenntnis ist die negative Korrelation zwischen den Bildungsausgaben und den Leistungen der Schüler*innen in internationalen Tests. Die Slowakei schneidet im EU-Vergleich schlecht ab und investiert weniger in Bildung als der EU-Durchschnitt. 2022 flossen weniger als drei Prozent des BIP in regionale Bildung, während der EU-Durchschnitt bei 3,5 Prozent lag. Rund 80 Prozent der slowakischen Bildungsausgaben gehen in Lehrer*innengehälter – im EU-Durchschnitt sind es etwa 70 Prozent. Dadurch bleiben weniger Mittel für Lehrmaterialien und Schüler*innenförderung übrig. Ein weiteres Problem zeigt sich in der beruflichen Bildung: Die Arbeitslosenquote unter Absolvent*innen berufsbildender Sekundarschulen ist in der Slowakei höher als in den Nachbarländern. Besonders besorgniserregend ist der große Einfluss vom sozioökonomischen Status auf die schulischen Leistungen, der in der Slowakei laut der PISA-Studie 2022 stärker ausgeprägt ist als in allen anderen EU-Ländern (außer Rumänien).
Der Stadtteil Neustadt in Bratislava führt einen sozialen Vor-Ort-Dienst ein, der sich gezielt an Senior*innen, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Obdachlose richten soll, um direkte und wirksame Unterstützung zu bieten. Dabei sollen Sozialarbeiter*innen aktiv auf Betroffene in Krisensituationen zugehen. Damit gehört Neustadt zu den wenigen Stadtteilen in Bratislava, die diese Art der Betreuung anbieten. Bereits jetzt bietet Neustadt soziale Dienste wie Krankenpflege, Sozialstationen und Tageszentren für ältere Menschen an. Der neue Vor-Ort-Dienst ergänzt diese Angebote um eine präventive und proaktive Dimension: Er soll sozialer Ausgrenzung entgegenwirken, die Integration fördern und Risikosituationen frühzeitig erkennen. Zu Beginn sind zwei Expert*innen im Einsatz, mit dem Ziel, das Team schrittweise zu erweitern. Die Verwaltung des Stadtteils plant, ein effizientes Unterstützungssystem aufzubauen, das eng mit dem Magistrat, lokalen Organisationen und Gemeindezentren zusammenarbeitet.
Die Stadt Bratislava erweitert ihr Wohnungsangebot und ruft Eigentümer*innen dazu auf, ihre Wohnungen über die städtische Vermietungsagentur (MNA) zu vermieten. Dieses Modell biete sichere Mieteinnahmen, regelmäßige Zahlungen und Schutz des Eigentums, während gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum für Menschen in schwierigen Wohnsituationen geschaffen würde. Eigentümer*innen, die ihre Wohnung über die MNA vermieten, würden von einem garantierten Einkommen und einer professionellen Abwicklung profitieren. Die Agentur übernimmt die Auswahl der Mieter*innen, alle administrativen und rechtlichen Aufgaben sowie die regelmäßigen Mietzahlungen. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die Wohnung nach Vertragsende in einem guten Zustand zurückgegeben wird. Einzige Voraussetzung ist, dass die Vermieter*innen die Mietpreise akzeptieren, die 20 bis 30 Prozent unter dem Marktpreis liegen.
Mitarbeiter*innen des Slowakischen Literaturzentrums
(SLC) haben Beschwerde gegen den derzeitigen Direktor der Einrichtung, Gustáv
Murín, eingereicht. In einem Brief an die Leitung des Kulturministeriums der
Slowakischen Republik beschuldigen sie Murín, das SLC konzeptlos und destruktiv
zu führen sowie ein feindseliges Arbeitsumfeld zu schaffen. Sie fordern eine
sofortige Lösung der Situation, die Entlassung des Direktors und bis zur
Bekanntgabe eines ordnungsgemäßen Auswahlverfahrens die Übergabe der Leitung an
eine kompetente Person aus den eigenen Reihen, die Stabilität und Kontinuität
gewährleisten kann. Sie werfen dem SLC-Chef außerdem vor, dass er seinen
Mitarbeiter*innen gegenüber grobe Respektlosigkeit zeige und sich vulgär
und aggressiv verhalte. Außerdem habe Muríns Ernennung selbst in der
Literaturszene zuvor Empörung ausgelöst.
Kulturministerin Martina Šimkovičová, nominiert von der Slowakischen
Nationalpartei (SNS), steht zu ihrer Personalentscheidung und ist der
Meinung, dass der Brief dazu diene, Druck auf die Führung des
Kulturministeriums auszuüben.
Am Wochenende vom 25. auf den 26. Jänner 2025 wurde ein neuer slowakischer Rekord aufgestellt – das längste ununterbrochene Motivationstraining. Mehr als 1.300 Menschen entschieden sich in Bratislava dazu, 25 Stunden lang ihre eigenen Grenzen auszureizen. Das Weltrekord-Event dauerte von Samstagfrüh, 10 Uhr, bis Sonntag um 11 Uhr und sollte Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und Kraft testen. Das Ziel der 25-stündigen Veranstaltung sei gewesem, die Teilnehmer*innen von hinderlichen Verhaltensmustern zu befreien und Ängste zu überwinden.
Am Morgen des 3. Februar 2025 sprangen am See Zlaté Piesky in Bratislava zahlreiche Menschen ins eiskalte Wasser, um Solidarität mit Obdachlosen zu zeigen. Hinter der Wohltätigkeitsveranstaltung stand die Non-Profit-Organisation Depaul Slowakei. Ziel der Organisator*innen sei gewesen, auf die schwierige Situation obdachloser Menschen aufmerksam zu machen, die über lange Zeit der Kälte ausgesetzt seien. Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernahm die slowakische Eisschwimmerin und Schriftstellerin Soňa Rebrová, die als zweite Slowakin den Ärmelkanal durchschwommen hat.
Die Goral*innen werden eine neue nationale Minderheit in der Slowakei. Das hat die Regierung auf Vorschlag von Premierminister Fico (SMER-SD – Richtung Sozialdemokratie) am 29. Jänner 2025 beschlossen. In der Slowakei gibt es derzeit 14 offiziell anerkannte Minderheiten. Durch ihre Aufnahme in die Liste der nationalen Minderheiten erhalten die Goral*innen nun die Möglichkeit, Mittel aus dem Staatshaushalt für Aktivitäten zu beantragen und ihre Kultur weiterzuentwickeln. Erst 2023 hatten die Goral*innen einen Antrag auf Aufnahme in diese Liste gestellt. Laut der Volkszählung von 2021 gaben 5.273 Menschen an, dieser Nationalität anzugehören. Die genaue Zahl wird jedoch erst nach der nächsten Volkszählung bekannt sein.
Mehr als 400 NGOs und zivilgesellschaftliche
Vereinigungen üben scharfe Kritik an der Regierung von Robert Fico (SMER-SD – Richtung
Sozialdemokratie). In einem offenen Brief äußern Vertreter*innen ihre Empörung
über die Regierungsführung und die aktuelle Außenpolitik der Slowakei. Sie
lehnen das Vorgehen der Regierung ab, weil es Grundsätzen einer offenen
Regierung widerspreche. Es fehleTransparenz bei der Ausübung der Staatsgewalt,
freier Zugang zu Informationen, Bürger*innenbeteiligung an der Gesetzgebung und
es bestünden diskriminierende Maßnahmen im Bereich der Zuschüsse und
Subventionen. Die Unterzeichner*innen des Briefes protestieren zudem gegen die
Infragestellung der Grundsätze der Demokratie und führen als Beispiel die
Abkehr der Slowakei von der westlich geprägten außenpolitischen Ausrichtung
an.
Am 27. Jänner 2025 haben rund 100 Mitarbeiter*innen der Slowakischen Nationalgalerie (SNG) ihre Kündigung bekannt gegeben. Bis Ende Jänner verlassen sie das Institut. Bis Ende März werden auch Direktor*innen, Abteilungsleiter*innen und zahlreiche weitere Mitarbeiter*innen aus fast allen Bereichen ihre Posten aufgeben. Sie begründen dies mit einem Arbeitsumfeld, in dem "Gesetze gebrochen, mit öffentlichen Geldern zweifelhaft umgegangen wird und erfahrene Fachleute sich unwohl fühlen". Die Abgänge könnten die SNG stark lähmen und ihre Aktivitäten – von Galeriebesuchen über Ausstellungen bis hin zu Forschung und Sammlungspflege – beeinträchtigen. Jaroslav Niňaj, der Interimsdirektor, hat sich bislang nicht zu den Medienfragen geäußert. Petra Bačinská, Direktorin der Kommunikationsabteilung des Kulturministeriums, betonte jedoch, dass der Betrieb der Galerie trotz der personellen Veränderungen stabil bleiben werde. Von den insgesamt 270 Beschäftigten haben bereits rund 100 gekündigt. Es wird erwartet, dass noch weitere folgen. Bereits im November 2024 warnten sie, ihre Kündigungen einzureichen, falls Kulturministerin Martina Šimkovičová (parteilos, nominiert von der Slowakischen Nationalpartei) ihre Einmischung in die Arbeit der Galerie nicht beendet. Da ihre Forderungen unerfüllt blieben, verschärfte sich die interne Krise der Galerie weiter.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Slowakei übernimmt eine Frau das Amt der Polizeipräsidentin. Innenminister Matúš Šutaj Eštok (HLAS-SD – Stimme-Sozialdemokratie) hat vor Kurzem Jana Maškarová ernannt, die bereits von 2018 bis 2021 Vizepräsidentin der Polizei war und zuvor das Nationale Kriminalamt leitete. Maškarová tritt die Nachfolge von Ľubomír Solák an, der nach einem Messerangriff in einer Schule in Spišská Stará Ves in der Ostslowakei vor zwei Wochen zurücktrat. Maškarová betonte, dass ihre Priorität die Stabilisierung der Polizei sei. Sie räumt ein, dass die Polizei derzeit mit schwierigen personellen Herausforderungen konfrontiert ist, da viele ihrer Kolleg*innen die Polizei verlassen haben – oft aufgrund von Versetzungen oder dem Auflösen der slowakischen Nationalen Kriminalagentur NAKA. Sie will nun junge Menschen dazu motivieren, Polizist*innen zu werden und verspricht ein Umfeld, in dem alle stolz auf ihre Arbeit sein können. Auf die Äußerungen von Regierungsvertreter*innen, die in Bezug auf die Proteste der letzten Woche einen Regierungsumsturz der Regierung befürchteten, reagierte Maškarová zurückhaltend. Sie betonte, dass es ihr nicht zustehe, die Aussagen von Politiker*innen zu kommentieren. Sie will sich weiterhin auf ihre Aufgabe, eine offene Kommunikation mit der Bevölkerung zu fördern und als Vorbild für die Bürger*innen zu agieren, konzentrieren.
Am 27. Jänner veröffentlichte die Leitung der Comenius-Universität Bratislava eine Erklärung zu den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in der Slowakei. In dem Dokument äußern sich die Vertreter*innen der ältesten slowakischen Universität besorgt über die zunehmende Polarisierung und Vulgarisierung des öffentlichen Diskurses, welche sie als Bedrohung für die Kultiviertheit und Bildung der Gesellschaft sehen. Die Universität ruft zu Selbstreflexion und konstruktivem Dialog auf. "Akademiker*innen sollten über den Dingen stehen und unparteiisch sowie objektiv gesellschaftliche Ereignisse bewerten", heißt es in der Erklärung. Die Führung betont die Bedeutung von Mut, um Probleme unabhängig von deren Verursacher*innen klar zu benennen und gleichzeitig furchtlos konstruktive Lösungen anzubieten. Die Erklärung unterstreicht zudem, dass die Bewertung der Realität nicht nach politischer Lagerzugehörigkeit, sondern nach wissenschaftlichen Prinzipien erfolgen sollte – ein Ansatz, der seit der Antike auf Mäßigung und Objektivität beruht.
Eine maskierte Gruppe hat in Bratislava randaliert und dabei Neonazi-Symbolik verwendet. Die Vorfälle ereigneten sich sowohl im Zentrum als auch im erweiterten Stadtgebiet, auf Straßen und in Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs. Die Gruppe besteht aus etwa zehn Personen. Wie lange sie bereits aktiv ist, bleibt unklar. Weder die Stadtpolizei noch die Überwachungskameras konnten die Taten bislang dokumentieren. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und arbeitet eng mit den Überwachungsteams und der Staatspolizei zusammen. Ein von der Polizei veröffentlichtes Foto zeigt acht meist maskierte Männer in Bomberjacken, schwarzen Stiefeln mit weißen Schnürsenkeln und schwarzen Tüchern, die ihre Gesichter verdecken. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Identifikation der Gruppe und der Aufklärung ihrer illegalen Handlungen.
Bratislava steht vor einer bedeutenden städtebaulichen Veränderung. Auf der rechten Seite der Donau soll der neue Stadtteil Nové Lido entstehen. Das Projekt wird den Stadtteil Petržalka mit dem Stadtzentrum verbinden und umfasst eine Fläche von 71 Hektar. Auf dieser Fläche werden Wohnungen, Arbeitsplätze, eine Schule, ein Park, ein Platz sowie eine Bootswerft gebaut. Das Gebiet, welches seit den 1980er Jahren bereits Baugewidmet war, wurde bisher vor allem für Kleingärten oder Lagerhäuser genutzt. Nun soll es in eine moderne städtische Struktur mit gemischter Nutzung umgewandelt werden. Laut dem Chefarchitekten von Bratislava, Juraj Šujan, soll das Projekt 5.100 Wohnungen sowie Arbeitsmöglichkeiten für rund 20.000 Menschen bieten. Die neue Fußgängerbrücke über die Donau wird Petržalka stärker mit dem Stadtzentrum vernetzen. Eine Donauufer-Promenade für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen sowie eine multifunktionale Sport- und Kulturhalle sowie weitläufige Grünflächen sind ebenfalls geplant. Vor zwei Jahren leitete die Stadtverwaltung auch eine Bürgerbefragung ein: In über 300 Seiten an Rückmeldungen bekundeten die Bürger*innen ihr Interesse, Grünflächen zu erhalten. Der Grüngürtel entlang des Donauufers bleibt erhalten – bestehende Bäume werden geschützt. Die Bauträger*innen haben sich außerdem verpflichtet, der Stadt 100 Wohnungen und ein Grundstück für den Bau einer Schule zur Verfügung zu stellen. Sobald der im Februar tagende Gemeinderat den neuen Raumentwicklungsplan genehmigt, kann mit dem Bau begonnen werden. Nové Lido ist eine der größten Investitionen in die Entwicklung Bratislavas und wird die Donau enger in das Leben der Bürger*innen einbinden.
Das Metropolitan Institute of Bratislava (MIB) wird im Stadtzentrum einen neuen Raum für städtische Themen schaffen. Das Zentrum, genannt "TU-BA (hier in Bratislava)", soll im Herbst 2025 eröffnet werden und Platz für Ausstellungen, Diskussionen und Veranstaltungen rund um Stadtplanung und Architektur bieten. Das MIB hat kürzlich alle Verträge zur Sicherung der Räumlichkeiten und der Finanzierung abgeschlossen. Die Kosten werden von externen Partnern wie JTRE, Lucron und Penta getragen. Das MIB betont, dass diese Partner*innen keinen Einfluss auf das Projekt haben. Die TU-BA wird eine Fläche von 323,3 Quadratmetern umfassen. Geplant sind ein Café, eine Info-Zone, ein Lesesaal, ein multifunktionaler Raum für Vorträge und Diskussionen sowie ein Bereich, der künftig ein physisches Stadtmodell enthalten soll. Das Zentrum wird auch außerhalb von Veranstaltungen zugänglich sein, wobei die Öffnungszeiten noch festgelegt werden. Laut der stellvertretenden Bürgermeisterin Lenka Plavuchová Antalová (Team Bratislava) wird die TU-BA ein neutraler Ort sein, an dem Architekt*innen, Expert*innen, Entwickler*innen, Stadtvertreter*innen und Bürger*innen zusammenkommen können. Ziel sei, "konkrete Diskussionen über abstrakte Themen" wie Stadtentwicklung, Stadtplanung, Wohnungsbau und öffentliche Räume zu führen. Der wichtigste professionelle Partner des Zentrums ist das Institut der slowakischen Architektenkammer.
Ein offener Brief, den bereits 500 Psycholog*innen und Psychiater*innen unterzeichnet haben, fordert Premierminister Robert Fico (SMER-SD – Richtung
Sozialdemokratie) auf, sein Verhalten zu ändern oder die Politik zu verlassen. Sie kritisieren, dass seine Politik die Demokratie in der Slowakei bedrohe und die Gesellschaft durch Verschwörungen und Lügen polarisiere. Psychiater*innen warnen zudem, dass Ficos Verhalten bei vielen Menschen Frustration und Unzufriedenheit auslöse. Besonders brisant sind die jüngsten Äußerungen des stellvertretenden Parlamentsvorsitzenden Tibor Gašpar aus der Regierungsspartei SMER-SD. Am 17. Jänner sprach er im öffentlich-rechtlichen Rundfunk über einen möglichen EU-Austritt der Slowakei, nur wenige Tage nach einer Reise nach Moskau, bei der er sich mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen hatte. Diese Aussagen werfen Fragen über die außenpolitischen Absichten der slowakischen Regierung auf. Die Äußerungen Gašpars stießen auch bei den Koalitionspartner*innen der Partei Stimme-Sozialdemokratie (HLAS-SD) auf Kritik und beunruhigten führende Vertreter*innen von slowakischen Verfassungsorganen. Zudem bleibt unklar, was Premierminister Fico am 22. Dezember bei seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml besprochen hat. Oppositionsführer Michal Šimečka (PS – Fortschrittliche Slowakei) reagierte mit einem Besuch in der Ukraine, wo er am 17. Jänner Präsident Zelensky traf. Er erklärte, die Ukraine sei bereit, mit der Slowakei über Gas und Energie zu verhandeln und forderte Premierminister Fico auf, unverzüglich Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten aufzunehmen.
Am 25. Jänner wird die Fremdenpolizei in Bratislava ein Zusatzbüro eröffnen. Von 8 bis 16 Uhr können Aufenthaltsanträge eingereicht, ein Sicherheitscode aktiviert sowie Anträge auf befristeten und unbefristeten Aufenthalt ohne Voranmeldung bearbeitet werden. Der Service ist ausschließlich für den Raum Bratislava verfügbar. Eine Auswertung der Maßnahme könnte zu einer Entscheidung führen, das Serviceangebot beizubehalten oder es auf andere Abteilungen auszuweiten.
Die Stadt Bratislava hat eine Winter-Notunterkunft eröffnet, um Obdachlosen in eisigen Nächten Schutz zu bieten. Bis zum 28. Februar werden zusätzliche Plätze im St. Vincent De Paul-Wohnheim bereitgestellt, das in dieser Zeit ausgelastet ist. Auch Menschen in akuten Notsituationen, die vom Außendienst der Stadt oder der Stadtpolizei betreut werden, finden hier Hilfe. Die Stadtpolizei appelliert an die Bürger, bei Anzeichen von Unterkühlung wie Frösteln oder undeutlichem Sprechen die Polizei zu kontaktieren, um rechtzeitig Hilfe zu leisten.
Die Stadt Bratislava hat ein Programm zur Zusammenarbeit mit Unternehmen ins Leben gerufen, um die Klimakrise zu bekämpfen und die Klimaziele zu erreichen. Das Projekt beruht auf Freiwilligkeit. Die Unterzeichnung des betreffenden Memorandums markiert den Start der Klima-Challenge von Bürgermeister Matúš Vallo (Team Bratislava), das die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent reduzieren soll. Im Pilotjahr beteiligen sich zehn Unternehmen, darunter Einzelhändler*innen und Eigentümer*innen großer Büroflächen. Ziel ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, insbesondere von Gebäuden, die weltweit für 40 Prozent der Emissionen verantwortlich sind. Jedes Unternehmen wählt für das erste Jahr zwei Verpflichtungen aus einer vordefinierten Liste. Mindestens eine davon muss sich auf das Thema Energie beziehen, beispielsweise auf die Senkung des Energieverbrauchs oder die Nutzung erneuerbarer Energie. Für das zweite Ziel können Maßnahmen wie die Schaffung von Grünflächen auf Parkplätzen, die Wasserrückhaltung oder die Reduktion von Lieferemissionen gewählt werden. Die Maßnahmen werden an mindestens einem Standort umgesetzt. Mit dem Memorandum verpflichten sich die Unternehmen zur Teilnahme an den ersten beiden Klima-Challenges. Die Klima-Challenge ist eine der ersten Maßnahmen des Klimaplans für ein grüneres, gesünderes Bratislava, der im April 2024 vorgestellt wurde. Das neue Klimabüro am Magistrat ist dafür verantwortlich.
Die Parlamentsabgeordneten der oppositionellen Parteien Fortschrittliche Slowakei (PS), Freiheit und Solidarität (SaS), Christlichdemokratische Bewegung (KDH), Slowakei (Slovensko), Für die Menschen und Christliche Union (KÚ) haben angekündigt, in den kommenden Tagen einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Robert Fico (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) einzubringen. Dies erklärten die Vorsitzenden der Oppositionsparteien am 14. Jänner 2025 auf einer Pressekonferenz. Die Oppositionsparteien werfen Premierminister Fico vor, beim Regieren versagt zu haben. Als Hauptprobleme nennen sie Missstände im Gesundheitswesen, steigende Lebenshaltungskosten und den jüngsten Hackerangriff auf das Kataster. Zudem kritisieren sie eine mögliche Neuausrichtung der slowakischen Außenpolitik. Sie warnen davor, dass Fico die Slowakei "nach Osten entführen" wolle und betonten, dass er dafür kein Mandat habe. Sie kritisierten zudem die Regierungskoalition dafür, dass diese die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung am selben Tag blockierte. Ziel der Sitzung wäre die Verabschiedung einer Resolution gewesen, die die pro-europäische und pro-NATO-Ausrichtung der Slowakei bekräftigt, die Zusammenarbeit mit Partner*innen und Nachbar*innen unterstützt und die russische Aggression in der Ukraine eindeutig ablehnt.
Der slowakische Premierminister Robert Fico (SMER-SD – Richtung Sozialdemokratie) hat vor Kurzem in einem offenen Brief den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen in die Slowakei eingeladen. Er argumentierte, dass die Unterbrechung des Transits von russischem Gas erhebliche Schäden für die Ukraine, die Slowakei und die Europäische Union (EU) verursache. Zudem äußerte Fico Zweifel an der Strategie des anhaltenden Blutvergießens in der Ukraine. Russland, das den Krieg begonnen hat, erwähnte er in seinem Schreiben jedoch nicht. Der Premierminister betonte, dass er alle Friedenspläne unterstütze und bot erneut die Slowakei als möglichen Ort für Friedensverhandlungen an. In einem Video auf der Mikroblogging-Plattform X schlug er vor, die Verhandlungen nahe der Grenze zur Ukraine abzuhalten. Der ukrainische Präsident Selenskyj antwortete auf X mit den Worten: "In Ordnung, kommen Sie am Freitag nach Kiew." Fico ließ in seinem Brief offen, ob er bereit sei, in die ukrainische Hauptstadt zu reisen. Vor Weihnachten hatte er jedoch Moskau besucht und dort Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Zudem reiste am 12. Jänner eine sechsköpfige Delegation von Abgeordneten der Regierungsparteien nach Russland, bestehend aus Andrej Danko und Adam Lučanský von der Slowakischen Nationalpartei (SNS), sowie Tibor Gašpar, Marián Kéry, Richard Glück und Ján Mažgút von der Partei Richtung-Sozialdemokratie (SMER-SD). Die Abgeordneten erklärten, dass sie "die abgebrannten Brücken wieder aufbauen wollen, nach denen der Frieden kommen kann." In Moskau traf die slowakische Parlamentsdelegation sowohl den Präsidenten der russischen Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, als auch den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Hauptthemen der Gespräche waren der Krieg in der Ukraine und die Energieversorgung Europas. Laut Tibor Gašpar sieht Russland derzeit keinen glaubwürdigen Partner für eine Konfliktlösung in der Ukraine, da der Westen angeblich frühere Verträge gebrochen habe.
Fünfzig Mitglieder der Schauspielabteilung des Slowakischen Nationaltheaters (SND) haben sich öffentlich vom geplanten Auftritt der österreichisch-russischen Opernsängerin Anna Netrebko distanziert. Die international bekannte Sopranistin soll im April 2025 im Opernhaus des SND auftreten, wobei die Kosten fast 250.000 Euro betragen. Der geplante Auftritt sorgt nicht nur wegen der hohen Ausgaben für Kontroversen, sondern auch aufgrund von Netrebkos bekannter Unterstützung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Entscheidung der aktuellen Theaterleitung, Netrebko einzuladen, stößt bei den Künstler*innen auf Kritik – insbesondere da sie in einer Zeit gefallen ist, in der die slowakische Kulturszene unter Dysfunktionen im Fonds zur Förderung der Künste leidet, qualifizierte Mitarbeiter*innen verliert und öffentliche Finanzen konsolidiert werden müssen. Die Schauspieler*innen betonten, dass die Kosten für Netrebkos 90-minütigen Auftritt ausreichen würden, um mindestens zwei große Opernaufführungen oder mehrere Schauspielpremieren zu finanzieren. Obwohl Netrebko als eine der besten Sängerinnen der klassischen Musik anerkannt wird, kritisieren die Mitglieder des SND ihre langjährige Unterstützung für Wladimir Putin.
Seit dem 5. Jänner 2025 wird die Slowakei von einem groß angelegten Hackerangriff auf die Informationssysteme des slowakischen Amtes für Vermessung, Kartografie und Kataster erschüttert. Die Folgen des Angriffs treffen vor allem den Immobilien- und Hypothekenmarkt, da Käufer*innen ihre Verpflichtungen nicht erfüllen können, solange keine aktuellen Katasterdaten verfügbar sind. Der Angriff hat auch in der Hauptstadt Bratislava weitreichende Konsequenzen. Besonders betroffen ist das PAAS-Parksystem, dessen Registrierungssystem eng mit staatlichen Registern einschließlich des Katasters verknüpft ist. Da neue Parkausweise derzeit nicht automatisch ausgestellt und bestehende nicht verlängert werden können, wird dieser Prozess manuell fortgesetzt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Ausfall des Katasters hat zudem erhebliche Auswirkungen auf städtische Dienstleistungen. Die Bauämter stehen vor Herausforderungen bei der Bearbeitung von Anträgen zu Eigentumsverhältnissen, Raumplanung und Entwicklung. Auch das Regionale Denkmalamt Bratislava (KPÚ) hat Schwierigkeiten, Verfahrensbeteiligte eindeutig zu identifizieren und Entscheidungen zu treffen. Fristen für Stellungnahmen und Entscheidungen könnten dadurch beeinträchtigt werden.
Das slowakische Innenministerium plant, das Koordinationszentrum des integrierten Rettungssystems (IZS) in Bratislava bis Ende des ersten Quartals 2025 in Betrieb zu nehmen. Der Bau begann im September 2023. Das neue spezialisierte Zentrum wird für die Annahme und Bearbeitung von Notrufen (112, 155 und 150) sowie die Koordination von Notfalleinsätzen im Selbstverwaltungskreis Bratislava zuständig sein. Das dreistöckige Gebäude wird die Einsatzzentralen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und die Abteilung für Krisenmanagement beherbergen. Im Erdgeschoss befinden sich Nebenräume wie Garderoben, Pausenräume und sanitäre Einrichtungen. Im ersten Stock sind die Einsatzzentralen der einzelnen Rettungsdienste untergebracht, während im zweiten Stock Räume für unterstützendes Personal vorgesehen sind.
Am 3. Jänner 2025 versammelten sich rund 4.000 Menschen in Bratislava zu einer vom Verein "Frieden für die Ukraine" organisierten Protestkundgebung, um gegen Premierminister Robert Ficos (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) jüngste Reise nach Moskau und sein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu protestieren. Der Verein betonte, die Slowakei sei ein souveräner demokratischer Staat, das durch die Mitgliedschaft in EU und NATO geschützt werde. Fico gefährde diesen Schutz und ziehe das Land in die Einflusssphäre Russlands, eines Staates, der Krieg führe und internationales Recht missachte. Nach Ficos Moskau-Besuch reichte der Verein zudem eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft ein. Er warf Fico vor, Wladimir Putin trotz internationalen Haftbefehls zu legitimieren und sich mit einem Vertreter eines Landes zu treffen, das die Slowakei als feindlich betrachtet. Fico verteidigte sich mit der Erklärung, er verfolge eine souveräne Außenpolitik und habe die EU über den Zweck seiner Reise informiert. Der Verein kündigte weitere Proteste in anderen slowakischen Städten an. Gleichzeitig fordert die Opposition unter der Führung der Partei Fortschrittliche Slowakei (PS) von Fico eine Erklärung seines Moskau-Besuchs vor dem Parlament. Sie beabsichtigt, eine parlamentarische Sondersitzung zu initiieren, um eine Resolution einzubringen, die die pro-westliche Ausrichtung der Slowakei bekräftigen und die Unterstützung des Parlaments für EU- und NATO-Werte sichern soll. Ein Misstrauensantrag gegen Fico wird ebenfalls in Betracht gezogen, falls er realistische Erfolgsaussichten hat.
Seit dem 1. Jänner 2025 garantiert das slowakische Gesundheitsministerium maximale Wartezeiten für 407 geplante medizinische Eingriffe. Diese Änderung, die durch eine Novelle der Verordnung zur Kategorisierung stationärer Pflege eingeführt wurde, ist Teil einer umfassenden Krankenhausreform. Krankenkassen sind nun verpflichtet, Eingriffe innerhalb der festgelegten Fristen zu ermöglichen. Sollte dies nicht gelingen, können Patient*innen den Eingriff auf Kosten ihrer Krankenkasse in einem beliebigen EU-Mitgliedsstaat durchführen lassen. Ursprünglich war geplant, die Regelungen bereits 2024 für rund 700 Eingriffe einzuführen. Das zusätzliche Jahr Vorbereitungszeit wurde genutzt, um das System effizienter zu gestalten. Die Einführung der maximalen Wartezeiten soll lange Verzögerungen reduzieren und die Versorgung der Patient*innen verbessern.
Angesichts steigender Immobilienpreise und der sinkenden Verfügbarkeit von Wohnraum setzt die Stadt Bratislava auf den Bau neuer kommunalen Mietwohnungen. Die Verbesserung der Wohnraumverfügbarkeit zählt zu den zentralen Themen von Oberbürgermeister Matúš Vallo (Team Bratislava). Die Stadt hat mehrere Maßnahmen umgesetzt, darunter die Sanierung vernachlässigter Wohnungen, die Änderung des Flächennutzungsplans und die Einführung neuer Regeln für die Zusammenarbeit mit Bauträger*innen. Dadurch sollen in den kommenden Jahren bis zu 3.000 neue Wohnungen entstehen. Ein wichtiges Projekt ist der multifunktionale Wohnkomplex am Muchovo-Platz im Stadtteil Petržalka, der 103 Mietwohnungen umfasst. In einer zweiten Bauphase sind weitere 50 Wohnungen sowie eine Tiefgarage geplant. Die Fertigstellung soll im Frühjahr 2025 erfolgen. Zusätzlich arbeitet die Stadt an sieben weiteren Projekten, die über 400 zusätzliche Wohnungen in den Bestand einbringen sollen.
Der Gemeinderat von Bratislava hat am 12. Dezember 2024 die Vermietung von Grundstücken im Bratislavaer Zoo für den Bau eines modernen Erlebniszentrums für Wissenschaft und eines Planetariums genehmigt. Das Zentrum wird auf dem Gelände des aktuellen Geheges für Giraffen, Zebras und Strauße entstehen und bietet ideale Voraussetzungen mit guter Anbindung an Verkehrsmittel. Das Memorandum zur Zusammenarbeit wurde von der Stadt Bratislava, der Vereinigung Slowakische Planetarien, der Slowakischen Organisation für Weltraumaktivitäten (SOpVA) sowie weiteren Partner*innen wie dem Selbsverwaltungskreis Bratislava (BSK), der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (SAV), dem Slowakischen Zentrum für Wissenschafts- und Technologieinformation (CVTI) und dem Zoologischen Garten Bratislava unterzeichnet. Die Bauphase des Projekts, die den Tourismus sowie das Bildungsangebot in Bratislava fördern wird, soll 2028 beginnen. Gleichzeitig werden die Lebensbedingungen der Tiere verbessert, da sie in ein größeres Gehege umgesiedelt werden. Die Finanzierung des Projekts wird durch das CVTI sichergestellt.
Ab dem 1. Jänner 2025 wird der Staat die Gelder für die Kindergärten direkt an die Träger, in Bratislava sohin an die Stadtteile, überweisen. Diese Änderung ist Teil eines neuen Gesetzes, das das slowakische Parlament im Oktober 2024 verabschiedet hat. Bratislava, das eine besondere Struktur mit einer zentralen Stadtverwaltung und Stadtteilen mit eigenen Verwaltungseinheiten hat, hat am 12. Dezember 2024 seine rechtlichen Regelungen angepasst, um Einnahmeverluste durch die neue Kindergartenfinanzierung zu verhindern. Künftig wird der Anteil der slowakischen Einkommenssteuer, den der Staat an die Stadt Bratislava verteilt und den die Stadt an ihre Stadtteile weitergibt, um die Höhe der staatlichen Kindergartenfinanzierung gekürzt. Der Grund dafür ist, dass die Stadtteile das Geld für die Kindergärten jetzt direkt vom Staat erhalten. Die Mehrheit der Bürgermeister*innen der Bratislavaer Stadtteile hat die Änderung unterstützt. Einige, wie der Bürgermeister von Petržalka, dem bevölkerungsreichsten Stadtteil, Ján Hrčka (parteilos), haben sie jedoch kritisiert. Besonders Stadtteile, die in den letzten Jahren viele neue Kindergartenplätze geschaffen und diese aus eigenen Mitteln finanziert haben, fühlen sich laut Hrčka benachteiligt. In Bratislava gibt es laut Bürgermeister*innen der Stadtteile seit langem Diskussionen über die Verteilung der Kindergartenmittel, da die Stadt früher nur einen Teil der Gelder an die Stadtteile weitergegeben hat. Viele sahen in der Gesetzesänderung eine Chance, eine langanhaltende Ungerechtigkeit zu beseitigen. Laut einigen Vertreter*innen der Stadtteile bringt jedoch die Anpassung der rechtlichen Regelungen durch die Stadt Bratislava eine neue Ungerechtigkeit mit sich. Oberbürgermeister Matúš Vallo (Team Bratislava) hat die Änderung als notwendig für die Stadt verteidigt. Eine Überprüfung der neuen Regelung ist in sechs Monaten geplant.
Der "Staffel-Protest für freie Kultur" setzte sich am 12. Dezember 2024 in Bratislava fort. An diesem Tag erreichte die "Slowakische Kulturfackel", die zuvor 22 Städte durchquert hatte, die Hauptstadt. Die Plattform "Otvorená kultúra" organisierte ein ganztägiges Programm vor dem Kulturministerium. Der Protest gipfelte in einem Marsch und einem Konzert für die Zukunft der Kultur. Die Teilnehmer*innen kritisierten das Kulturministerium unter Ministerin Martina Šimkovičová (parteilos, nominiert von der Slowakischen Nationalpartei), insbesondere die Entlassungen in Kulturinstitutionen und die Kürzungen bei der Denkmalschutzfinanzierung. Sie forderten ein kompetentes Management des Ministeriums, das Ende ideologisch motivierter Zensur und eine finanzielle Stabilisierung des Kultursektors. Das Ministerium reagierte in einer Erklärung, in der es das Recht auf Protest respektierte, betonte jedoch, dass der Fokus auf der Umsetzung der Regierungsziele liege und nicht auf wiederholter Kritik.
Laut einer Umfrage aus Dezember 2024 sind etwa 63 Prozent der slowakischen Bevölkerung mit der Richtung, in die sich das Land entwickelt, unzufrieden. Besonders gestiegen ist die Unzufriedenheit bei den Wähler*innen der Regierungsparteien Richtung-Sozialdemokratie (SMER-SD) und Stimme-Sozialdemokratie (HLAS-SD). Der Anteil unzufriedener HLAS-SD-Wähler*innen stieg von etwa 31 Prozent im Juni auf 51 Prozent im Dezember, während er bei SMER-SD-Wähler*innen von etwa 26 Prozent auf 33 Prozent anstieg. Bezüglich der Regierung von Robert Fico (SMER-SD) gaben etwa 50 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit der Regierung zufrieden zu sein, während fast 43 Prozent sie schlechter als erwartet bewerteten. Nur etwa sechs Prozent empfanden die Regierung besser als erwartet. Die Umfrage, die seit 2020 regelmäßig die öffentliche Meinung in der Slowakei erfasst, wurde Anfang Dezember durchgeführt. Sie fiel mit der Verabschiedung des Haushaltsplans 2025 durch das slowakische Parlament zusammen, der Konsolidierungsmaßnahmen berücksichtigt.
Die Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Comenius-Universität in Bratislava hat beschlossen, den Unterricht bis zum Ende des Semesters vorsorglich auf Online-Formate umzustellen. Grund dafür ist ein bestätigter Fall von Hepatitis A bei einer Studentin der Fakultät. Nach Angaben der Universität ist das Risiko einer Ausbreitung innerhalb der Gemeinschaft jedoch gering, da die betroffene Studentin nicht im Studierendenheim wohnt. Das Regionale Gesundheitsamt wird alle Personen kontaktieren, die engen Kontakt mit der infizierten Studentin hatten, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten. Das erklärte eine Sprecherin der Universität.
Seit dem 30. November 2024 laden mittelalterliche Märkte an vier verlängerten Wochenenden auf die Burg von Bratislava ein. Besucher*innen können in eine Welt vergangener Jahrhunderte eintauchen und an vielfältigen Aktivitäten teilnehmen. Das Programm reicht von Weinverkostungen bis hin zur Zubereitung von Brei nach alten Rezepten. Handwerkskunst spielt eine zentrale Rolle: Besucher*innen können einem Drechsler, einem Illuminator, einem Falkner oder einem Münzpräger bei ihrer Arbeit zusehen. Für Familien mit Kindern gibt es besondere Attraktionen wie einen Holzspielzeugstand und ein "mittelalterliches" Karussell. Die Märkte im Innenhof der Burg sind an den vier Wochenenden vom 30. November bis zum 1. Dezember, vom 4. bis zum 8. Dezember, vom 13. bis zum 15. Dezember sowie vom 20. bis zum 22. Dezember jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Nikolaus wird die Burg am 5. und 6. Dezember besuchen. Der Eintritt ist frei.
In Bratislavas Stadtteil Neustadt entsteht eine neue Mehrzweck-Sporthalle. Auf der Pionierská-Straße wird für 1,8 Millionen Euro ein moderner Sportkomplex errichtet. Das gab Oberbürgermeister Matúš Vallo (Team Bratislava) am 28. November 2024 bei einer Pressekonferenz bekannt. Die Fertigstellung ist für Ende September 2025 geplant. Mit einer Fläche von über 1.000 Quadratmetern und einem Multifunktionsfeld mit den Maßen 20 mal 36 Meter sowie einer Höhe von acht Metern soll die Halle der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Sie eignet sich für Sportwettkämpfe ebenso wie für gelegentliche öffentliche Veranstaltungen, wird jedoch vorrangig für Gymnastik genutzt. Ein Auditorium mit Platz für rund 100 Besucher*innen ergänzt die Ausstattung. Das Projekt wird größtenteils durch das städtische Erneuerungsprogramm für Grundschulen und Freizeitzentren finanziert. Zusätzlich fließen Mittel aus dem Sportförderungsfonds ein.
Der slowakische Premierminister Robert Fico (Richtung-Sozialdemokratie – SMER-SD) wird im Mai 2025 Moskau besuchen. Er folgt einer offiziellen Einladung von Wladimir Putin, um an den Feierlichkeiten zum Sieg über den Faschismus teilzunehmen. Fico gab den Besuch in einem Facebook-Post bekannt, in dem er die Rolle der Roten Armee im Sieg über den Faschismus und im Zweiten Weltkrieg würdigte. Die Einladung erfolgt trotz eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Putin, der im März 2024 im Zusammenhang mit der russischen Aggression in der Ukraine erlassen wurde. Fico betonte, dass die slowakische Regierung 2025 die Schirmherrschaft über mehrere Veranstaltungen übernehmen werde, die den Gedenkfeiern im Mai gewidmet sind. Es bleibt unklar, ob weitere hochrangige Vertreter*innen der Slowakei Fico nach Moskau begleiten werden.
Der Selbstverwaltungskreis Bratislava (BSK) hat Ende November 2024 Pläne zur Revitalisierung des ehemaligen Industriegebiets in Bratislavas Stadtviertel Patrónka vorgestellt. In Zusammenarbeit mit privaten Partner*innen soll das vernachlässigte Areal umfassend erneuert werden. Geplant sind die Sanierung historischer Gebäude, die Schaffung neuer Fußgänger*innenwege und die Freilegung des Bachs Vydrica. Ein Holocaust-Denkmal wird ebenfalls in das Projekt integriert. Das Gebiet soll vielseitig genutzt werden: Bildungsräume, Sportplätze, Erholungsflächen und ein Obstgarten sollen ein harmonisches Gesamtkonzept bilden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Einbindung bestehender Einrichtungen, wie dem vorhandenen Sozialwohnheim. Die ehemalige Roth'sche Patronenfabrik aus dem Jahr 1875 wird in ein modernes Sozial-, Kultur- und Bildungszentrum umgewandelt und als Design Factory Patrónka ein neues Kapitel ihrer Geschichte beginnen.
Die Entwicklungsgesellschaft J&T Real Estate (JTRE) hat den Siegerentwurf des internationalen städtebaulich-architektonischen Wettbewerbs für die Erweiterung des Stadtteils Eurovea City in Bratislava vorgestellt. Der Entwurf des niederländischen Studios KCAP überzeugte die Jury und wurde aus fünf Einreichungen ausgewählt. Die Ergebnisse wurden auf einer Pressekonferenz am 22. November 2024 vorgestellt. Der siegreiche Entwurf sieht zwei neue Wolkenkratzer mit Höhen von 180 und 260 Metern vor, die die Skyline Bratislavas prägen und den zweithöchsten Turm der EU umfassen werden. Die Jury lobte das Konzept für seine Innovation, Ästhetik und Nachhaltigkeit. Besonders hervorgehoben wurden die harmonische Integration in die städtische Umgebung sowie die Bereicherung des Stadtbilds durch moderne und funktionale Elemente. Juraj Šujan, Chefarchitekt von Bratislava und Jurymitglied, betonte die Qualität aller Wettbewerbsvorschläge und hob die Bedeutung der Auswirkungen auf die Skyline, den öffentlichen Raum und die Annehmlichkeiten für Bewohner*innen und Besucher* innen hervor. Die maximale Bauhöhe in Bratislava liegt aktuell bei 115 Metern. Der Wettbewerb sollte prüfen, wie sich die höheren Gebäude städtebaulich und visuell in die Skyline einfügen. Der Bauträger plant, mit dem siegreichen Studio die Zusammenarbeit aufzunehmen und das Projekt weiterzuentwickeln, um eine wirtschaftlich tragfähige und genehmigungsfähige Lösung zu erreichen. Die nächsten Schritte umfassen das Genehmigungsverfahren und die Erteilung der Baugenehmigung.
Die Situation in der Slowakischen Nationalgalerie (SNG) spitzt sich dramatisch zu. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter*innen – 177 von insgesamt 270 – droht, im Jänner 2025 zu kündigen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Auslöser der Krise sind gezielte Entlassungen, mangelnde Transparenz und fehlende Expertise in der Leitung. In einem offenen Brief fordern die Mitarbeiter*innen die Kulturministerin Martina Šimkovičová (parteilos, nominiert von der Slowakischen Nationalpartei) auf, sechs zentrale Forderungen umzusetzen: Stopp inkompetenter Eingriffe in die Organisationsstruktur, Erhalt beruflicher Positionen, Zugang zu Prüfungsergebnissen, Schutz vor Diskriminierung und gezielten Entlassungen, Schutz des Rufs der Galerie sowie einen Dialog mit der Ministerin. Die Atmosphäre in der Galerie sei laut Medienberichten angespannt und kaum mehr erträglich. Mitarbeiter*innen bangen um die Zukunft laufender Ausstellungen, Forschungsprojekte und internationaler Kooperationen sowie um den hart erarbeiteten Ruf der SNG. Ohne eine Lösung droht der Galerie im Januar 2025 der Zusammenbruch, warnen die Angestellten.
Im Jahr 2023 wurden in der Slowakei so wenige Kinder geboren wie nie zuvor – nur 48.000. Das sind weniger als die Hälfte der sogenannten Husák-Kinder aus den 1970er Jahren, einer Generation, die unter der Politik des damaligen Präsidenten Gustáv Husák (KSČ - Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei ) geboren wurde . Husák förderte Maßnahmen, die Familien mit finanziellen und sozialen Vorteilen dazu ermutigten, mehr Kinder zu bekommen. Damals wurden jährlich über 100.000 Kinder geboren. 2023 starben zudem über 5.000 Menschen mehr, als geboren wurden – ein Rekordwert, der die negative Bevölkerungsentwicklung verdeutlicht. Ein wichtiger Faktor ist die Fruchtbarkeitsrate, also die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau. Mit 1,5 liegt sie zwar über dem historischen Tiefstand von 1,2 im Jahr 2000, bleibt jedoch weit unter der für ein Bevölkerungswachstum nötigen Rate von 2,1. Laut Demograf Boris Vaňo sind politische Maßnahmen notwendig, um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu begegnen.
In Bratislava sind Studierende zunehmend besorgt über die angespannte Wohnsituation. Viele wandeln Büros in Zimmer um oder übernachten in Arbeiter*innenwohnheimen. Zwar kommen langsam Mietwohnungen hinzu, doch die Mieten steigen weiter. Ein Hauptgrund für die Krise ist, dass mehrere Universitäten gleichzeitig ihre Student*innenwohnheime renovieren. Nur Studienanfänger*innen wird ein Platz im Wohnheim garantiert. Wer keinen Wohnheimplatz erhält, kann es sich oft nicht leisten, unterzuvermieten, oder findet keinen Platz, da es an Wohnungen mangelt. Anzeigen verschwinden innerhalb weniger Tage und Vermieter*innen bevorzugen häufig Arbeiter*innen, da sie Studierende als "problematisch" ansehen. Die UN-Wohnungsexpertin Elena Szolgay, die früher die Wohnungsabteilung des Verkehrsministeriums leitete, sieht das Bildungsministerium in der Verantwortung, Lösungen für die Unterkunftskrise zu finden. Das Ministerium investiert 63 Millionen Euro in die Sanierung der Wohnheime und bittet um Geduld, da Renovierungen in dieser Größenordnung erforderlich sind, um die Qualität der Unterkünfte zu verbessern. Ein bevorstehendes Gesetz über den staatlichen Wohnungsbaufonds könnte laut Szolgay auch den Universitäten zugutekommen. Das Verkehrsministerium erwägt, den Fonds künftig auch für den Bau von Student*innenwohnheimen einzusetzen. Dadurch wären die Hochschulen nicht mehr allein auf das Budget des Bildungsministeriums angewiesen, sondern könnten zinsgünstige Darlehen aufnehmen, um ihre Wohnheime auszubauen.
Am 14. November 2024 eröffnete das Slowakische Nationalmuseum – Historisches Museum in Zusammenarbeit mit dem Institut für das Gedächtnis der Nation die Ausstellung "Un/gezähmt '89" auf der Burg Bratislava. Zum 35. Jahrestag der Samtenen Revolution beleuchtet die Ausstellung das Leben junger Menschen in den 1980er Jahren in der Tschechoslowakei. Im Mittelpunkt stehen die Einschränkungen durch den totalitären Staat und die bedeutende Rolle der Jugend im gesellschaftlichen Wandel. Die Ausstellung zeigt unter anderem Kleidung wie originale Punk-T-Shirts, Objekte von Spartakiaden und aus der Wehrerziehung sowie Fotos vom Sozialistischen Jugendverband. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Student*innenbewegung während der Samtenen Revolution, ergänzt durch Zeitzeugnisse und historische Videoaufnahmen. Das Ausstellungsprojekt wird bis zum 31. Mai 2025 durch ein Begleitprogramm ergänzt und ist öffentlich zugänglich.
Bratislava belegt im EF English Proficiency Index 2024 Platz 15 von 1.200 Städten und Regionen weltweit. Die Studie zeigt, dass die Englischkenntnisse der Hauptstadtbewohner*innen ein sehr hohes Niveau erreichen. Dadurch sind flüssige Gespräche, das Verstehen komplexer Texte und Verhandlungen mit Muttersprachler*innen möglich. Die Slowakei liegt insgesamt auf Platz 18 von 116 Ländern und auf Platz 16 in Europa. Sie gehört mit "hohen Englischkenntnissen" zur zweitbesten Kategorie. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Slowakei jedoch um drei Plätze zurückgefallen. Bei den Visegrád-Staaten schneiden Polen und Ungarn besser ab, während die Tschechische Republik Platz 25 belegt. An der Umfrage nahmen weltweit 2,1 Millionen Menschen teil.
In Bratislava verschwinden nach und nach die klassischen Zebrastreifen. An ihrer Stelle werden Übergänge mit zwei gestrichelten Linien markiert, sogenannte Kreuzungspunkte. Diese neue Verkehrsregelung betrifft nicht nur Fußgänger*innen, sondern auch Radfahrer*innen. Die Stadt erklärte auf ihren sozialen Kanälen, dass die Änderung auf die Verordnung von 2023 zurückzuführen ist, die vorschreibt, Kreuzungspunkte dort zu markieren, wo Ampeln vorhanden sind. Die Maßnahme wurde von internationalen Vorbildern inspiriert, bei denen die Zahl der Unfälle durch Kreuzungspunkte deutlich gesenkt wurde. Ziel ist es, die Straßenverkehrsvorschriften der Slowakei an europäische Standards anzupassen und die Sicherheit von Fußgänger*innen zu erhöhen. In der EU haben Fußgänger*innen auf Zebrastreifen Vorrang, während Autofahrer*innen in der Slowakei bisher nicht verpflichtet sind, Fußgänger*innen passieren zu lassen. Fußgänger*innen in der Slowakei müssen warten, bis die Fahrbahn frei ist, bevor sie die Straße überqueren können.
Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Ivan Korčok wird neues Mitglied der Partei Fortschrittliche Slowakei (PS). Korčok wird dem PS-Präsidium beitreten und für die Bereiche Außenpolitik sowie das Vorwahlprogramm für die nächsten Parlamentswahlen verantwortlich sein. Der Parteivorsitzende Michal Šimečka erklärte, dass er die kommenden Wahlen mit dem Ziel antritt, die nächste Regierung zu bilden und den derzeitigen Premierminister Robert Fico (Richtung-Sozialdemokratie – SMER-SD) zu besiegen. Ivan Korčok zählt auch ein halbes Jahr nach den Präsidentschaftswahlen zu den beliebtesten Politiker*innen der Slowakei. In der aktuellen Vertrauensrangliste der Agentur Ipsos für die Tageszeitung N belegt er den dritten Platz, hinter Präsident Peter Pellegrini (parteilos) und der ehemaligen Präsidentin Zuzana Čaputová (parteilos). Korčok wird als bezahlter Mitarbeiter der PS tätig sein. Der Großteil seines Teams aus dem Präsidentschaftswahlkampf wird ihn begleiten.
Die Verkehrsbetriebe von Bratislava (DPB) haben am 8. November 2024 eine Ausschreibung für die Beschaffung von 49 Meter langen Mega-Straßenbahnen gestartet. Insgesamt sollen 60 dieser Niederflur-Straßenbahnen mit Zweirichtungsantrieb produziert, geliefert und in Betrieb genommen werden. Die neuen Straßenbahnen würden eine Kapazität von mindestens 345 Fahrgäst*innen bieten – etwa 100 mehr als die 32-Meter-Straßenbahnen, die im letzten Jahr in Betrieb genommen wurden. Die Ausschreibung ist als Rahmenvertrag angelegt, der auf Basis eines oder mehrerer Aufträge erfüllt werden soll. Die erste Bestellung wird voraussichtlich mindestens zehn Straßenbahnen umfassen. Der geschätzte Auftragswert beträgt 404,46 Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer). Die DPB will den Großteil der Kosten aus Mitteln der Europäischen Union finanzieren. Sollte jedoch keine ausreichende Finanzierung gewährleistet sein, behält sich der DPB das Recht vor, die Ausschreibung zu annullieren.
Die slowakische Regierung hat am 6. November 2024 einen Gesetzentwurf verabschiedet, der es Personen ermöglicht, eine Entschädigung für Geldstrafen oder Quarantäne-Kosten zu beantragen, die aufgrund von Covid-19-Maßnahmen entstanden sind. Das Gesetz gilt für den Zeitraum vom 12. März 2020 bis zum 15. September 2023. Zusätzlich hat das Kabinett eine Amnestie für Straftaten beschlossen, die im Zusammenhang mit diesen Pandemiemaßnahmen begangen wurden. Diese Regierungsentscheidung basiert auf einem Urteil des Verfassungsgerichts der Slowakischen Republik und den Feststellungen des Ombudsmanns, die darauf hinwiesen, dass die staatlichen Pandemiemaßnahmen teilweise nicht den rechtlichen Vorgaben entsprachen. Die Entschädigung kann nur innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung beantragt werden. Die Auszahlung erfolgt über das slowakische Innenministerium, eine regionale Gesundheitsbehörde oder eine Gemeinde. Premierminister Robert Fico (Richtung-Sozialdemokratie - SMER-SD) erklärte, dass die Gesamtkosten für die Entschädigungen auf 3,3 Millionen Euro geschätzt werden. Fico betonte, dass frühere Regierungen während der Pandemie umfangreiche Maßnahmen ergriffen haben, die heute rückwirkend überprüft werden. Das Gesetz tritt in Kraft, sobald es vom slowakischen Nationalrat gebilligt wurde.
Die Initiative "Offene Kultur" kündigt für Dezember einen Protest und einen einstündigen Streik der Kultureinrichtungen an. Grund dafür ist die zweite, erneut gescheiterte Abberufung der von der Slowakischen Nationalpartei (SNS) nominierten Kulturministerin Martina Šimkovičová im Parlament, die das Kulturstreikkomitee als "Schande" bezeichnet. Nach Angaben des Kulturstreikkomitees sind in mehreren Kultureinrichtungen die rechtlichen Voraussetzungen für einen "scharfen Streik" bereits erfüllt. Die Initiative plant, den Protest am Ende des slowakischen Kulturfackellaufs mit einem einstündigen Streik abzuschließen. Der Kulturfackellauf ist eine landesweite Protestreihe, die am 17. November in Humenné im Osten der Slowakei startet und von Ost nach West durch das Land verläuft. Der Kulturstaffellauf wird schließlich in einer großen Protestkundgebung in Bratislava münden. In den letzten zwei Monaten haben sich über 400 Kulturorganisationen und -institutionen sowie mehr als 4000 Kulturschaffende an den Aktionen des Kulturstreiks beteiligt. Das Kulturstreikkomitee bemängelt, dass seine Argumente und wesentlichen Einwände gegen die Maßnahmen des Kulturministeriums ignoriert werden. Lediglich Präsident Peter Pellegrini (parteilos) reagierte auf das Angebot zu einem Gespräch. Jedoch sagte er den Termin ab.
Die Verkehrsbetriebe Bratislava (DPB) planen eine signifikante Erweiterung ihres Fuhrparks durch die Anschaffung moderner Elektro-Gelenkbusse. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung soll der Auftrag zur Herstellung, Lieferung und Betriebszulassung von 40 neuen Niederflur-Elektrobussen vergeben werden. Die neuen Fahrzeuge werden eine Mindestkapazität von 120 Fahrgäst*innen und eine Länge von bis zu 18,8 Metern aufweisen, was den öffentlichen Nahverkehr in Bratislava komfortabler und umweltfreundlicher gestalten soll. Die DPB plant einen Rahmenvertrag, bei dem die Leistungserbringung von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Unternehmens abhängig ist. Der geschätzte Auftragswert beträgt 36,44 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer, wobei die Investition hauptsächlich aus EU-Mitteln finanziert werden soll.
Der slowakische Premierminister Robert Fico (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) gab am 30. Oktober 2024 als bisher ranghöchster EU-Politiker ein halbstündiges Interview im russischen Staatsfernsehen Rossija 1. Der Sender unterstützt den Krieg gegen die Ukraine und Fico beantwortete 60 Minuten lang Fragen der Moderatorin Olg a Skabejewa. Oppositionsparteien und einflussreiche Medien, darunter Politico und die Financial Times, kritisierten den Auftritt des slowakischen Premiers. Politico etwa bezeichnete das Interview als ein Zeichen der "wachsenden Annäherung der Slowakei an Moskau". Fico vermied es, die russische Aggression zu verurteilen und sprach stattdessen gegen die westliche Militärhilfe für die Ukraine. Er betonte seine Bereitschaft, mit Präsident Putin zu verhandeln und signalisierte Interesse an der Teilnahme an den Moskauer Feierlichkeiten zum Zweiten Weltkrieg im kommenden Jahr – ein symbolischer Schritt, der die diplomatische Isolation gegenüber Russland durchbrechen solle. Dieser Auftritt spiegelt politische Veränderungen wider, die Fico seit seinem Amtsantritt im Herbst letzten Jahrs vorantreibt. So hat er die staatliche Militärhilfe für die Ukraine gestoppt, unterstützt jedoch weiterhin Waffenlieferungen durch private slowakische Unternehmen.
Der ehemalige slowakische Präsident Andrej Kiska (parteilos) wurde am 31. Oktober 2024 als erster Präsident des Landes rechtskräftig wegen Steuerbetrugs verurteilt. Das Landesgericht in Prešov befand Kiska schuldig und verhängte eine einjährige Haftstrafe, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Da Präsidenten während ihrer Amtszeit Immunität genießen, hat die strafrechtliche Verfolgung gegen Kiska erst nach dem Ende seines Mandats im Jahr 2019 begonnen. Kiska wurde vorgeworfen, die Kosten seiner Präsidentschaftskampagne von 2013 und 2014 fälschlich in die Buchhaltung seines Unternehmens KTAG eingebracht zu haben. Dieses hatte dadurch über 155.000 Euro an Mehrwertsteuererstattungen unrechtmäßig beantragt. Das Landesgericht in Prešov entschied in diesem Fall abschließend über die Berufungen von Kiska und der Staatsanwaltschaft gegen ein früheres Urteil des Bezirksgerichts Poprad vom Oktober 2023. In diesem ersten Urteil war Kiska bereits zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe, einer Geldstrafe von 15.000 Euro und einem sechsjährigen Verbot, als Geschäftsführer tätig zu sein, verurteilt worden. Kiskas Fall ist ungewöhnlich, da ähnliche Steuerfälle in der Slowakei bislang nicht strafrechtlich verfolgt wurden. Seine Verteidigung kündigte eine Berufung beim Obersten Gerichtshof an.
Der Gemeinderat von Bratislava hat am 24. Oktober 2024 beschlossen, drei neue Parks offiziell in die Karte der Hauptstadt aufzunehmen. Die Parkanlagen werden nach Ľudovít Kukorelli, Jozef Murgaš und Mária Ďuríčková benannt. Ľudovít Kukorelli war ein bedeutender slowakischer Luftwaffenoffizier und Kommandeur von Partisaneneinheiten während des Zweiten Weltkriegs. Er spielte eine zentrale Rolle im Slowakischen Nationalaufstand (SNP). Jozef Murgaš gilt als Pionier der drahtlosen Telekommunikation und war einer der Ersten, die das gesprochene Wort per Funk übertrugen. Er war auch römisch-katholischer Priester und Mitunterzeichner des Pittsburgh-Abkommens. Mária Ďuríčková war eine vielseitige slowakische Schriftstellerin, Übersetzerin und Drehbuchautorin. Sie ist insbesondere für ihre Kinder- und Jugendliteratur bekannt. Die Benennung dieser öffentlichen Plätze wurde zuvor von den Vertretungen der Stadtteile Ružinov und Altstadt genehmigt, wo sich die Parks befinden werden.
Laut der Stadtverwaltung Bratislava trägt das regulierte Parksystem PAAS maßgeblich zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Parkplätzen bei und unterstützt die Entwicklung der städtischen Infrastruktur. Die Einnahmen aus dem PAAS-System fließen in den Bau neuer Parkhäuser und -plätze sowie in die Sanierung von Gehwegen und Straßen. Das soll den Komfort für die Bewohner*innen und Besucher*innen der Stadt erheblich steigern. Den aktuellen Angaben der Stadtverwaltung zufolge beliefen sich die Gesamteinnahmen des PAAS-regulierten Parksystems im Jahr 2023 auf mehr als 7,47 Millionen Euro. Diese Einnahmen setzen sich zusammen aus 2,77 Millionen Euro aus Bußgeldern, mehr als 3,9 Millionen Euro aus Kurzzeit-Parkscheinen und fast 792.000 Euro aus Bewohner*innen- und sogenannten Abonnement-Parkkarten für Unternehmen. Die Kosten für die Umsetzung und den Betrieb der Parkzonenregelung betrugen im Jahr 2023 über 5,26 Millionen Euro. Obwohl die anfänglichen Kosten die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung im Jahr 2022 überstiegen, erwirtschaftete das System im vergangenen Jahr erstmals Überschüsse. Rund 2,2 Millionen Euro konnten in den Mobilitätsfonds investiert werden, aus dem Mittel direkt in die Entwicklung der Straßen Bratislavas fließen.
Die Lage im slowakischen Gesundheitswesen spitzt sich
weiter zu. Bis Ende Oktober 2024 planen etwa 2.460 Ärzt*innen in Krankenhäusern,
ihre Kündigung einzureichen. Betroffen sind Ärzt*innen aus Universitäts- und
Lehrkrankenhäusern sowie aus privaten Kliniken. Diese Ankündigung machte Peter
Visolajský, Vorsitzender der Ärzt*innengewerkschaft (LOZ), am 22. Oktober 2024
auf einer Pressekonferenz. Vor allem stark ausgelastete Abteilungen wie
Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin und Kardiologie könnten durch die
Massenrücktritte lahmgelegt werden. Die LOZ fordert ein funktionierendes
System, das ausreichend medizinisches Personal in den
Spitälern sicherstellt. Die Gewerkschaft kritisiert die geplante
Umwandlung staatlicher Krankenhäuser in Aktiengesellschaften sowie den Einfluss wohlhabender Unternehmer*innen
und Finanzgruppen auf den Gesundheitssektor. Die LOZ drängt die Regierung zu
einem dringenden Treffen, um Lösungen für die wachsenden Probleme im
slowakischen Gesundheitswesen zu finden. Visolajský betonte, dass die
Gesundheitsversorgung eine Regierungsangelegenheit sei und nicht allein dem
Gesundheitsministerium überlassen werden dürfe.
Das Denkmalamt der
Slowakei hat angekündigt, die Abteilung für den Denkmalschutzfonds aufzulösen,
um die vom Kulturministerium geforderte zehnprozentige Reduzierung der
Gehaltsausgaben zu erfüllen. Diese Entscheidung wird voraussichtlich den
Verlust von rund 33 Arbeitsplätzen zur Folge haben, wie Aktivist*innen des
Kulturstreiks bekannt gegeben haben. Im Denkmalamt werden nur noch zwei Personen bleiben, die nationale Kulturdenkmäler erklären können. Die Abteilung für den Denkmalschutzfonds
galt als unverzichtbar, wie ihr Direktor Pavol Ižvolt noch vor zwei Jahren
betonte. Sie erstellte jährlich über hundert fachspezifische Dokumente. Anna
Tuhárska, Denkmalpflegerin und Streikaktivistin, warnte am 21. Oktober
2024, dass die Aufgaben der Abteilung aufgrund des bestehenden Personalmangels
nicht adäquat durch andere Mitarbeiter*innen übernommen werden könnten. Der
Direktor des Denkmalamtes versicherte, dass die Kernaufgaben der Abteilung
nicht abgeschafft würden. Die wissenschaftlichen und methodischen Arbeiten
sollen in Zukunft von der Abteilung für Grundlagenforschung und
Inventarisierung übernommen werden. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Bedenken
der Kulturschaffenden im laufenden Kulturstreik groß. Sie kritisieren den
Verlust der Fachkompetenz und den drohenden Rückgang im Denkmalschutz.
In Bratislava gibt es seit über zwei Monaten keine Möglichkeit mehr, nachts Medikamente in einer Apotheke zu kaufen. Die Universitätsapotheke in der Poliklinik Ružinov, die früher bis zum Morgengrauen geöffnet war, schließt jetzt bereits um 21 Uhr. Dies geschah auf Antrag der pharmazeutischen Fakultät der Universität Bratislava, die den 24-Stunden-Betrieb nicht länger aufrechterhalten kann. Dadurch sind in der slowakischen Hauptstadt nur noch ausgewählte Notfallapotheken bis maximal 22 Uhr geöffnet. Bis zum Sommer 2024 war Bratislava die einzige Stadt in der Slowakei mit einem durchgehenden 24-Stunden-Notdienst für Apotheken.
Die Slowakei hat eine bedeutende internationale Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt gestartet. Die italienische Firma SAB, die mit mehr als sechs europäischen Ländern kooperiert, entwickelt Komponenten für die Europäische Weltraumagentur. In Zusammenarbeit mit dem slowakischen Unternehmen CTRL SPACE wurden bereits Forschungszentren in Bratislava und Sabinov eingerichtet. Diese Zentren werden künftig Raketenkomponenten erforschen und herstellen. Die Leitung der Firma SAB CTRL SPACE betont, dass Teile aus Sabinov in der Ariane 6-Rakete eingesetzt werden. Die Slowakische Akademie der Wissenschaften wird sich ebenfalls an diesen Raumforschungsprojekten beteiligen. Die Slowakische Weltraumbehörde berichtet, dass die Raumfahrtindustrie in den letzten fünf Jahren erheblich gewachsen ist und mittlerweile über 50 Unternehmen in diesem Bereich tätig sind.
Die Städte in der Slowakei planen, ihre Ausgaben im kommenden Jahr durch gemeinsames öffentliches Beschaffen von Strom und Gas zu senken. Diese Maßnahme soll vielen Städten helfen, Geld zu sparen und den Haushalt besser zu verwalten. Vertreter*innen der Union der Städte der Slowakei (ÚMS) betonen, dass die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer im Rahmen der verabschiedeten Konsolidierung der staatlichen Finanzen für das Jahr 2025 die Selbstverwaltungen direkt treffen wird. Rund 14 Städte beteiligen sich an der Energieinitiative, um ihre Kosten zu optimieren. Der Oberbürgermeister von Bratislava – Matúš Vallo (Team Bratislava) – warnt, dass das Konsolidierungspaket negative Auswirkungen auf die Budgets der Kommunen haben wird. Er weist darauf hin, dass die Hauptstadt bereits in der Vergangenheit über 50 Millionen Euro an Einnahmen verloren hat, was zu Einsparungen bei Investitionen in öffentliche Projekte geführt hat. Zusätzlich steigt die Inflation von 3,9 auf 5,4 Prozent, was die Kosten weiter erhöht. Die angekündigte Kompensation von 50 Millionen Euro wird laut Vallo die Budgetengpässe voraussichtlich nicht ausgleichen können, da die Schätzung der Einnahmen aus der Erdgassteuer für alle Gemeinden für das Jahr 2024 bereits ein Defizit von bis zu 81 Millionen Euro ausweist.
Das Slowakische Technische Museum (STM) – das Verkehrsmuseum in Bratislava – hat am 10. Oktober 2024 eine Ausstellung zum 110-jährigen Bestehen der Wiener Straßenbahn eröffnet. Diese feiert gleichzeitig das 25-jährige Jubiläum des Museums. Dort wird die Geschichte des Verkehrs in der Slowakei umfassend dokumentiert. Die Besucher*innen werden in das Jahr 1914 versetzt, als die elektrische Lokalbahn Bratislava mit Wien verband. Im ersten Jahr wurden bereits drei Millionen Passagier*innen befördert – die Verbindung hat sich schnell zu einer technischen Attraktion entwickelt. Die Ausstellung präsentiert Informationen und historische Artefakte, darunter eine restaurierte Straßenbahn-Lokomotive sowie einen Güterwagen. Sie ist bis 30. September 2025 für die Öffentlichkeit zugänglich. Das STM plant zudem Bildungsprogramme für Familien und Schulen im Rahmen der Ausstellung.
Der slowakische Staatspräsident Peter Pellegrini (parteilos) hat vor Kurzem den Rahmenvertrag über die grenzübergreifende Zusammenarbeit im Bereich der Rettungsdienste zwischen der Slowakei und Österreich ratifiziert. Das Ziel des Vertrages: die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung im Grenzgebiet zu verbessern. Der Vertrag wurde bereits im September 2024 vom slowakischen Parlament genehmigt. Demnach sollen slowakische Rettungsdienste im Bedarfsfall auch in Österreich tätig werden können und umgekehrt. Der Vertrag gilt für die Grenzgebiete der Selbstverwaltungskreise Bratislava und Trnava sowie für die österreichischen Bundesländer Niederösterreich, Burgenland und Wien.
Der slowakische Regierungsbeauftragte für die Überprüfung des Pandemiemanagements, Peter Kotlár (SNS – Slowakische Nationalpartei), steht wegen seines jüngsten Berichts und umstrittener Aussagen unter starker Kritik. Kotlár hat einen Bericht zur Handhabung der Covid-19-Pandemie erstellt und dabei Zweifel an der Sicherheit und Wirksamkeit von mRNA-Impfstoffen sowie an der Herkunft des Virus geäußert. Diese Aussagen stießen bei der slowakischen Ärzt*innenkammer (SLK) und anderen medizinischen Organisationen auf scharfe Ablehnung. Sie werfen ihm vor, Desinformationen zu verbreiten. Auch die Opposition fordert Premierminister Robert Fico (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) auf, Kotlár abzusetzen, da seine Aussagen das Vertrauen in die Impfkampagne gefährden. Trotz dieser Kritik hat Premierminister Fico öffentlich seine Unterstützung für Kotlár bekundet. Er stellt sich hinter Kotlárs Forderung, das Management zukünftiger Pandemien durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) abzulehnen und äußert selbst Zweifel an der Sicherheit der Covid-19-Impfungen. Darüber hinaus unterstützt Fico Kotlárs Bemühungen, die Beschaffung von Impfstoffen und medizinischem Material während der Pandemie zu untersuchen, insbesondere im Hinblick auf mögliche finanzielle Bereicherungen.
Am 7. Oktober 2024 hat der slowakische Premierminister Robert Fico (SMER-SD – Richtung-Sozialdemokratie) die bedingungslose Unterstützung der Slowakei für einen EU-Beitritt der Ukraine bekräftigt. In seiner Rede vor der gemeinsamen ukrainisch-slowakischen Regierungssitzung in Uzhhorod erklärte er, dass die Slowakei keine Hindernisse im Europäischen Integrationsprozess der Ukraine aufstellen werde. Fico betonte die Notwendigkeit eines qualitativ hochwertigen und gerechten Friedens für die Ukraine und kündigte an, dass die Slowakei an allen etwaigen Friedenskonferenzen zur Beendigung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland teilnehmen werde. Zudem plant die Slowakei, sich aktiv an der Wiederaufbauhilfe für die Ukraine zu beteiligen und bereitet ein weiteres Paket humanitärer und militärischer Unterstützung vor. Fico strebt an, beim nächsten EU-Gipfel ein umfassendes Lösungskonzept für die Hilfe im Bereich Energie zu präsentieren, um die Verantwortung nicht allein auf die Slowakei und die Ukraine zu übertragen.
Laut einer im Mai 2024 durchgeführten Umfrage der Organisation Envi-Pak trennen 97 Prozent der Slowak*innen ihren Abfall. 80 Prozent der Befragten geben an, immer zu trennen, während 17 Prozent dies gelegentlich tun. Besonders häufig trennen Hochschulabsolvent*innen und Bewohner*innen von Einfamilienhäusern ihren Abfall. Die Mehrheit trennt vor allem Kunststoff (81 Prozent), Glas (75 Prozent) und Papier (73 Prozent). 55 Prozent entsorgen ihren Küchenbioabfall, während zehn Prozent ihn überhaupt nicht trennen. Ab 2025 wird die Textiltrennung in der Slowakei verpflichtend sein. Derzeit tun dies 42 Prozent der Befragten. Die Umfrage zeigt jedoch, dass nicht alle Kunststoffabfälle gleich gut getrennt werden. So trennen 85 Prozent der Befragten Sirup-, Essig- und Ölflaschen, während die Trennung von Verpackungen für Tierfutter und Plastikspielzeug weniger verbreitet ist. Insgesamt wurde festgestellt, dass sich das Abfalltrennen in der Slowakei im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert hat, auch wenn es durchaus Unterschiede bei den verschiedenen Abfallarten gibt.
Das Kunstfestival "Weiße Nacht" hat vom 4. bis 6. Oktober 2024 Bratislava in ein pulsierendes Zentrum zeitgenössischer Kunst verwandelt. Die Wasserroute, die erstmals zwischen den Brücken Apollo und Lanfranconi verlief, präsentierte zwanzig beeindruckende Installationen, die Themen wie Toleranz und Ökologie reflektierten. Besondere Attraktionen waren die Lichtinstallation "Connection" des Kollektivs "BN Label", die die Apollo-Brücke mit Laser-Mapping erweckte, sowie die interaktive Installation "Animals", die die Besucher*innen in die Tierwelt entführte. Der Dokumentarfilm "168" über den Eurovea Tower und die multimediale Tanzperformance "Beautiful Lecture", die den Einfluss von Technologie auf Identität thematisierte, rundeten das Programm ab.
Die Verwalter*innen von Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Slowakei planen, schwarze Flaggen an den Denkmälern zu hissen oder symbolisch die Beleuchtung auszuschalten, um gegen die Blockade des Subventionsprogramms "Erneuere dein Haus" des Kulturministeriums zu protestieren, für die sie die aktuelle Leitung verantwortlich machen. Die Aktion wurde von Vertreter*innen gemeinnütziger Organisationen angekündigt, die sich der Restaurierung von Denkmälern widmen. Martin Varga und Ratibor Mazúr vom Verein "Retten wir die Schlösser" erklärten, dass sie stellvertretend für alle, die sich mit der Renovierung historischer Bauten beschäftigen, ihre Besorgnis über den Zustand des Programms ausdrücken. Das Hauptproblem liegt darin, dass Anträge in einigen Unterprogrammen noch nicht bewertet wurden. In anderen Programmen, wo Zuschüsse empfohlen wurden, hat das Ministerium weder Aufträge vergeben noch Gelder freigegeben. Varga erläuterte, dass selbst bei einer baldigen Auszahlung herannahende Herbstwetterbedingungen viele Bauarbeiten verhindern würden. Die Initiator*innen betonten, dass der Protest nicht politisch motiviert sei. Das Subventionsprogramm läuft seit über 20 Jahren erfolgreich und hat mehrere Regierungswechsel überstanden. Sie kritisieren jedoch das aktuelle Ministerium für Personalwechsel in den Bewertungskommissionen, die große Verzögerungen verursacht haben. Andere Organisationen, die sich mit dem Erhalt des kulturellen Erbes beschäftigen, sind ebenfalls besorgt über die Zukunft des Programms. Bis Ende September haben sie noch keine Informationen erhalten, ob und wie das Programm fortgesetzt wird.
Der Zoo von Bratislava hat die Folgen des jüngsten Hochwassers erfolgreich bewältigt. Dank der Der Zoo von Bratislava hat die Folgen des jüngsten Hochwassers erfolgreich bewältigt. Dank der Unterstützung von fast 200 Freiwilligen konnte der Zoo am 27. September bereits wieder für die Öffentlichkeit öffnen. Das extreme Wetter hatte erhebliche Schäden auf dem Zoogelände hinterlassen: Durch starke Regenfälle und Wind wurden zahlreiche Bäume entwurzelt sowie Zäune und andere Infrastruktur beschädigt. Der Fluss Vydrica, der durch das Zoogelände fließt, trat über die Ufer und überschwemmte den unteren Teil des Zoos. Dabei wurde der Streichelzoo Gazdovsky dvor stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass die dort untergebrachten Tiere in andere Bereiche evakuiert werden mussten. In Reaktion auf diese ernste Situation rief die Einrichtung die Öffentlichkeit zur Hilfe durch finanzielle Spenden oder freiwillige Arbeit auf. Ursprünglich wurde angenommen, dass die Aufräumarbeiten mehrere Wochen dauern würden. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Freiwilligen konnte der Betrieb jedoch schneller wiederhergestellt werden.
Am 26. September 2024 organisierte die gemeinnützige Organisation Depaul Slowakei die Veranstaltung "Depaul unter den Sternen", um das Bewusstsein für Obdachlosigkeit zu schärfen und Möglichkeiten der Hilfe oder Freiwilligenarbeit aufzuzeigen. Die Veranstaltung sollte der Öffentlichkeit veranschaulichen, warum es wichtig ist, Menschen auf der Straße zu unterstützen. Das abwechslungsreiche Programm umfasste Konzerte, eine Expert*innendiskussion über die (Un-)Verfügbarkeit von Gesundheitsversorgung für Menschen in Obdachlosigkeit in der Slowakei, einen Workshop, Kunstwerke von obdachlosen Menschen, eine virtuelle Realitätserfahrung aus dem Umfeld eines niedrigschwelligen Wohnheims sowie eine Ausstellung, die die Gründungsgeschichte der Organisation im Jahr 2006 beleuchtet. Seit der Gründung hat "Depaul Slowakei" über 1,1 Millionen Übernachtungen ermöglicht und mehr als eine Million Mahlzeiten an Bedürftige ausgegeben. Fast 2.000 Menschen wenden sich jedes Jahr an die Sozialdienste – über 350 Menschen pro Tag.
Der Zoo von Bratislava wurde durch das Hochwasser in jüngste Vergangenheit schwer getroffen. Die Schäden sind erheblich, sodass eine längere Schließung unvermeidbar ist. Die damit verbundenen Einnahmeausfälle bedrohen den Fortbestand des Zoos. Lediglich Freiwillige, die bei den Aufräumarbeiten helfen, können zurzeit den Zoo betreten. Für Besucher*innen wird der Zugang nur schrittweise möglich sein. Während der untere Teil des Zoos in Ordnung ist, bleibt der Hof, in dem die Nutztiere untergebracht waren, auf unbestimmte Zeit geschlossen. Etwa 50 umgestürzte Bäume mussten gefällt werden, andere werden aktuell überprüft, da das Hochwasser möglicherweise ihre Wurzeln beschädigt hat. Am stärksten betroffen ist die Infrastruktur des Zoos, insbesondere die Fahrradbrücke vor dem Eingang. Nicht zuletzt deshalb hat der Zoo eine Kampagne gestartet. Mittels der Plattform "People to People" werden Spenden gesammelt, um den Zoo zu unterstützen. Das Spendenziel liegt bei 150.000 Euro – ein symbolischer Betrag, der den entgangenen Einnahmen aus den Eintrittsgeldern entspricht. Der September zählt normalerweise zu den besucher*innenstärksten Monaten des Jahres.
Am 19. September 2024 fanden in vierzehn Städten der Slowakei, darunter auch in der Hauptstadt Bratislava, gleichzeitig Kundgebungen zur Unterstützung des Kulturstreiks statt. Besonders große Aufmerksamkeit erregte dabei eine Rede von Marcel Čas, dem ehemaligen Direktor des Instituts für Kulturpolitik. Er erinnerte an seine Aussage, dass Lukáš Machala, Generalsekretär des Servicebüros des Kulturministeriums, ihm gedroht habe, ihn vom slowakischen Informationsdienst überwachen zu lassen. Čas wies zudem auf die Pläne des Kulturministeriums für die größte Umstrukturierung von Kultureinrichtungen seit der Gründung der Slowakischen Republik hin. Laut den Organisator*innen nahmen allein in Bratislava 3.500 Menschen an den Protesten teil. In Košice kamen etwa tausend Menschen zur Demonstration. Diese Proteste sind Teil des Kulturstreiks, den die Plattform Open Culture am 5. September ausgerufen hatte. Hintergrund ist die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Kunst- und Kultursektor in den letzten zehn Monaten. Insgesamt haben sich innerhalb von zwei Wochen 3.639 Menschen, 363 Organisationen und über 100 Städte und Gemeinden dem Kulturstreik angeschlossen.
Anfang September trat in Bratislava eine neue allgemeinverbindliche Verordnung in Kraft, die die Vergabe von städtischen Mietwohnungen sowie die Auswahl und vertraglichen Beziehungen mit Mieter*innen regelt. Ab sofort nimmt der Magistrat Anträge auf städtische Mietwohnungen gemäß den neuen Richtlinien entgegen. Ziel der neuen Regelungen ist es, bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit Behinderungen, ältere oder wohnungsbedürftige Personen sowie für Beschäftigte in Berufen, die für den Betrieb der Stadt von entscheidender Bedeutung sind, zu gewährleisten. Auch alle bisherigen Anträge auf Zuteilung von Sozialmietwohnungen werden nach den neuen Vorgaben überprüft. In diesen Tagen wird die Stadt die bisherigen Antragsteller*innen kontaktieren und sie auffordern, ihre Anträge erneut einzureichen und die für die Bewertung erforderlichen Informationen zu vervollständigen. Hierfür hat die Stadt ein elektronisches System über das "Bratislava-Konto" eingerichtet, über das Anträge bequem online eingereicht werden können. Alternativ bleibt es weiterhin möglich, Anträge persönlich in der Abteilung für Bürger*innendienste der Stadtverwaltung oder per Post einzureichen. Zusätzlich hat die Stadt interne Dokumente in Kraft gesetzt, die das Vergabeverfahren, das Punktesystem, die Preiskategorien sowie die Rolle der Wohnungskommission regeln.
Michal Šimečka, Vorsitzender der größten slowakischen Oppositionspartei Fortschrittliche Slowakei (PS), wurde am 17. September in einer geheimen Abstimmung von seinem Posten als stellvertretender Vorsitzender des Nationalrats der Slowakischen Republik enthoben. An der Abstimmung nahmen 77 Abgeordnete teil, ein Stimmzettel war ungültig. Die regierende Koalition, bestehend aus den Parteien Richtung-SD (SMER-SD), Stimme-SD (HLAS-SD) und Slowakische Nationalpartei (SNS), brach damit ein Tabu. Zum ersten Mal in der Geschichte des Staats wurde ein Mitglied der Opposition von einem führenden Posten im Nationalrat entfernt. Grund für Šimečkas Abberufung waren Anschuldigungen wegen unrechtmäßiger Vergabe staatlicher Subventionen und der Organisation von Protesten gegen die Führung des Kultur- und Justizministeriums. Šimečka wies die Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnete die Abberufung als Racheakt für die erfolgreiche Arbeit der Opposition. Die Abgeordneten der Oppositionsparteien, also der PS, der Christlich-demokratischen Bewegung (KDH), der Partei Freiheit und Solidarität (SaS) und der Bewegung Slowakei kündigten im Vorfeld an, nicht an der Abstimmung teilnehmen zu wollen.
Die Wirtschaftsuniversität in Bratislava (EUBA) wird das Wintersemester aufgrund von starken Regenfällen und Wind, die an verschiedenen slowakischen Standorten für Einschränkungen gesorgt haben, mit einer Woche Verspätung beginnen. Somit beginnt das Semester erst am Montag, den 23. September. Der Vollzeitunterricht wird ab dann bis zum 20. Dezember fortgesetzt.
Vom 13. bis 15. September 2024 fand in Bratislava die internationale Messe Sacroexpo Slovakia auf dem Messegelände Incheba statt. Dabei wurden Waren und Dienstleistungen für Kirchen, Pfarreien und Gläubige sowie für Interessierte an sakraler Kunst und liturgischer Gestaltung angeboten. Die Veranstaltung konnte sowohl von Fachleuten als auch der breiten Öffentlichkeit besucht werden. In ihrer zweiten Ausgabe präsentierte die Messe Aussteller*innen aus der Slowakei, Tschechien, Polen, Österreich, Kroatien, Slowenien, den USA und der Ukraine. Ergänzt wurde die Messe durch eine Ausstellung sakraler Kunst. Die Schirmherrschaft übernahm der Vorsitzende der Bischofskonferenz der Slowakei und Erzbischof von Košice, Bernard Bober. Zu den Angeboten zählten Glasmalerei, die Gestaltung und Restaurierung von liturgischen Räumen, Beleuchtungen, Kirchenausstattung, Musikinstrumente und religiöse Literatur. Besondere Aufmerksamkeit bekam die Präsentation des "Cyril and Methodius Trail", die das Erbe der Heiligen Cyril und Methodius in modernen Pilgerrouten darstellte.
Mehrere ehemalige Mitarbeiter*innen des slowakischen Kulturministeriums prüfen rechtliche Schritte gegen das Ministerium, da sie laut eigenen Angaben bei ihrer Entlassung gezwungen worden sind, entweder einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben oder eine Kündigung zu akzeptieren. Auf den Wunsch nach Bedenkzeit sei ihnen mitgeteilt worden, dass sie sofort eine Entscheidung treffen müssten. Das Ministerium habe die Aufhebungsverträge bevorzugt, weil diese eine schnellere Neubesetzung der Stellen ermöglicht hätten, während bei einer Kündigung eine längere Kündigungsfrist gegriffen hätte. Die Gewerkschaft des Ministeriums verurteilte die Entlassungen als rechtswidrig und kritisierte, dass den entlassenen Mitarbeiter*innen keine alternativen Stellen angeboten worden seien, wie gesetzlich vorgesehen. Ferner sollen die sozialen Netzwerke der Angestellten überwacht worden sein, um politische Neigungen zu identifizieren. Das Ministerium reagierte nur spärlich auf Nachfragen und verteidigte die Entlassungen als Teil der von der Regierung geplanten Konsolidierung der öffentlichen Finanzen.
Das Metropolitan Institute of Bratislava (MIB) bietet im Rahmen des Programms "Stadt für die Kinder" Kindergärten und Schulen in Bratislava die Möglichkeit, ihre Umgebung sicherer zu gestalten. Interessierte können sich bis zum 15. November bewerben. Das Auswahlverfahren berücksichtigt die Dringlichkeit der Verkehrssicherheitsrisiken, die Durchführbarkeit und den erwarteten Nutzen der vorgeschlagenen Maßnahmen sowie die Zusammenarbeit zwischen Schule, Stadtteil und Stadtverwaltung. Die teilnehmenden Schulen werden ferner, gemeinsam mit den Schüler*innen, Eltern, Anwohner*innen und anderen lokalen Akteur*innen an Lösungen arbeiten. Zu den Aktivitäten im Programm gehören unter anderem ein Schultag zur Kartierung von Problemzonen und die Umwandlung einer ausgewählten Straße in eine temporäre Fußgänger*innenzone, um das Engagement der Kinder zu fördern. In den letzten zwei Jahren hat das MIB bereits mit zwölf Grundschulen im Rahmen des Projekts "Stadt für die Kinder" zusammengearbeitet.
Bloomberg berichtete am 8. September 2024, dass die
Europäische Kommission ein Dokument vorbereitet, um EU-Gelder für die Slowakei
auszusetzen. Die Kommission zeigt sich besorgt über die Abschaffung der
Sonderstaatsanwaltschaft in der Slowakei und arbeitet an einem formellen
Vorschlag zur Einfrierung der Mittel. Sollte es zu einer Sperre kommen, wäre
die Slowakei nach Ungarn und Polen der dritte Mitgliedstaat, der von der EU
wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit sanktioniert würde. Neben dem
Reputationsrisiko könnte dies das Wirtschaftswachstum und die Auszahlung von
bis zu 12,8 Milliarden Euro an regionalen Fördermitteln gefährden. Zudem wird
geprüft, ob die bereits gezahlten 2,7 Milliarden Euro an Pandemiehilfe
zurückgefordert werden. Der Prozess steht noch am Anfang und muss von der
Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, genehmigt
werden. Auf einer Pressekonferenz am 9. September bestritt Investitionsminister
Richard Raši (Stimme-SD – HLAS-SD) den Bericht von Bloomberg. Laut der
Slowakischen Presseagentur analysiert die Europäische Kommission derzeit die
Reform des Strafgesetzbuches in der Slowakei, und eine Entscheidung über die
Aussetzung der EU-Gelder steht noch aus.
Die erste Ausgabe des Festivals der jüdischen Kultur Shalom Chaverim begann am Montag, dem 9. September 2024, mit einem Konzert chassider Musik im Innenhof der Burg von Bratislava. Das Festival, organisiert von der Selbstverwaltungsregion Bratislava (BSK) in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband der jüdischen Religionsgemeinschaften in der Slowakischen Republik und der Jüdischen Religionsgemeinschaft (ŽNO) Bratislava, läuft bis zum 16. September. Während der sieben Festivaltage können Besucher*innen verschiedene Veranstaltungen an diversen Orten in der Region Bratislava besuchen, unter anderem Synagogen und Theater. Zu den Highlights zählen Führungen durch das jüdische Bratislava und ein kulinarisches Festival. Zudem wird die rekonstruierte Synagoge in Senec erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet.