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Zagreb / Kroatien

Citybike-Systeme von Zagreb und Budapest im Vergleich

Ein Reporter der Tageszeitung Jutarnji list hat bei einer kürzlichen Reise nach Budapest das dortige Citybike MOL Bubi intensiv genutzt und mit dem Zagreber Dienst Bajs verglichen. Während die Stadt Zagreb ihren städtischen Fahrradverleih erst 2025 eingeführt hat, betreibt die Stadt Budapest ihr Citybike-System bereits seit 2014 – 2021 wurde es dann modernisiert. Die Fahrräder selbst unterscheiden sich kaum, beide Städte setzen auf robuste Räder für den intensiven täglichen Gebrauch. Jedoch ist Budapest deutlich dichter organisiert: MOL Bubi verfügt über rund 205 Stationen, 2.500 klassische Fahrräder und 800 E-Bikes – also etwa 3.300 Räder. Zagreb kommt derzeit auf rund 180 Stationen und 2.000 Fahrräder, während weitere Stationen und zusätzliche 1.000 Räder in Planung sind. Auch die Radinfrastruktur sei laut dem Vergleich in Budapest sichtbarer und besser in den Stadtraum integriert. Während Zagreb laut Artikel rund 300 Kilometer Hauptradnetz hat, verfügt Budapest über etwa 390 Kilometer. Ein wichtiger Unterschied liegt im Umgang mit Mikromobilität. Budapest ordnet Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter stärker über definierte Abstellpunkte und versteht MOL Bubi als Teil eines größeren Mobilitätssystems. In Zagreb ist Bajs zwar stationsbasiert und dadurch geordneter als Free-Floating-Systeme, doch Fahrräder und Scooter geraten im Zentrum noch häufiger in Konflikt mit Fußgänger*innenzonen und Gehsteigen. Jedoch ist Zagreb preislich klar günstiger. Bajs kostet 0,50 Euro für 30 Minuten, Monats- und Jahreskarten liegen bei fünf beziehungsweise 30 Euro. Budapest ist hier teurer und tariflich komplexer, bietet dafür aber ein dichteres Netz und mehr Anbieter*innen, womit es insgesamt als das reifere System betrachtet werden könnte.

Belgrad / Serbien

Serbien entwickelt sich zum neuen Fintech-Zentrum Südosteuropas

Das renommierte britische Fachportal The Fintech Times veröffentlichte eine Analyse, in der Serbien und insbesondere Belgrad als potenzieller neuer Fintech-Hub Südosteuropas identifiziert werden. In dem Artikel wird die Entwicklung des serbischen Technologiesektors, das Wachstum der Exporte von IKT-Dienstleistungen und die zunehmend wichtige Rolle heimischer Unternehmen auf dem internationalen Markt analysiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Analyse ist die Prognose, dass das serbische BIP pro Einwohner*in in diesem Jahr rund 15.000 US-Dollar erreichen wird. Der Autor führt dies auf kontinuierliches Wirtschaftswachstum und gestiegene Investitionen im vergangenen Jahrzehnt zurück. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Informations- und Kommunikationssektor, der zu den am schnellsten wachsenden Exportbranchen Serbiens zählt. Nach Angaben von The Fintech Times belaufen sich die jährlichen Exporte von IKT-Dienstleistungen auf mehrere Milliarden US-Dollar. Der Sektor gewinnt damit als Devisenbringer zunehmend an Bedeutung und kann hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Relevanz bereits mit traditionellen Branchen mithalten. In der Analyse wird festgestellt, dass sich Serbien zunehmend als Land positioniert, das über eine gut ausgebaute Basis an Ingenieur*innen, Programmierer*innen und Technologieunternehmen verfügt, die Produkte für den internationalen Markt entwickeln können. Außerdem wird der Charakter des serbischen Fintech-Ökosystems hervorgehoben. Im Gegensatz zu Märkten, in denen Technologieunternehmen im Finanzsektor hauptsächlich auf lokale Bedürfnisse ausgerichtet sind, konzentrieren sich einige serbische Unternehmen von Anfang an auf Kund*innen und Märkte außerhalb des Landes.

Prag / Tschechien

Hohe Haushaltsüberschüsse lassen Prags Rücklagen wachsen

In den vergangenen Jahren hat Prag regelmäßig hohe Haushaltsüberschüsse erzielt und Schulden abgebaut. 2023 lag der Überschuss bei rund 1,17 Milliarden Euro, 2024 bei etwa 918 Millionen Euro und im vergangenen Jahr bei ungefähr 967 Millionen Euro. Die Stadt verwendet einen Teil der Mittel für die zukünftigen Budgets, verteilt Geld an die Stadtbezirke und hält weitere Beträge für geplante Investitionen zurück. Dazu gehören große Vorhaben wie der Bau der U-Bahn-Linie D und die Fertigstellung des inneren Stadtrings. Insgesamt befinden sich Projekte im Wert von rund 20 Milliarden Euro in Vorbereitung oder haben bereits begonnen. Gleichzeitig sinkt die Verschuldung bei der Europäischen Investitionsbank, bei der die Stadt unter anderem für den Wiederaufbau nach der Flut von 2002 und für den Ausbau der U-Bahn Kredite aufgenommen hatte. Der Schuldenstand erreichte 2013 mit 1,38 Milliarden Euro seinen Höchststand und lag Ende vergangenen Jahres nur noch bei etwa 190 Millionen Euro. Das Finanzministerium kritisiert die hohen Überschüsse, weil die Stadt ihr Investitionspotenzial nicht ausreichend nutze. Auch die Opposition bemängelt, dass die umfangreichen Rücklagen bisher nicht stärker in konkrete Investitionen für die Bevölkerung fließen würden. Die Stadt verweist dagegen auf die hohen Kosten der geplanten Projekte und die geringe finanzielle Beteiligung des Staates. 

Zagreb / Kroatien

Stadt Zagreb fördert Klimaschutz-Projekte junger Menschen

​Die Stadt Zagreb eröffnet am 24. August eine Ausschreibung für Projekte, bei denen junge Menschen Lösungen für klimabezogene Herausforderungen entwickeln. Die Förderungen belaufen sich auf 2.000 bis 4.000 Euro pro Projekt. Gefördert werden Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel sowie zu Hitzewellen, schweren Unwettern, Dürren und Überschwemmungen, zur Entwicklung grüner und blauer Infrastruktur sowie zum Schutz der urbanen Biodiversität. Anträge können bis ​5. Oktober auf der Website der Stadt Zagreb eingereicht werden. Antragsberechtigt sind Schulen, Jugendverbände, Organisationen der Zivilgesellschaft und andere gemeinnützige juristische Personen, die mit jungen Menschen arbeiten. Jedes Projekt muss von mindestens zwei Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren entwickelt und umgesetzt werden. Ein*e Antragsteller*in kann für höchstens drei voneinander unterschiedliche Projekte eine Förderung erhalten, wobei diese von unterschiedlichen Gruppen junger Menschen durchgeführt werden müssen. Die ausgewählten Projekte werden von November 2026 bis 15. April 2027 umgesetzt. Die Ergebnisse werden am Tag der Erde vorgestellt. Die Stadt Zagreb wird für Interessierte einen zusätzlichen Workshop zur Unterstützung bei der Ausarbeitung der Projektanträge organisieren. Die Stadt beteiligt sich über den Youth Climate Action Fund, eine globale Initiative von Bloomberg Philanthropies, an dem Programm. Für die Umsetzung des Programms erhält die Stadt 50.000 US-Dollar, die gezielt für die Förderung von Jugendprojekten eingesetzt werden.​